
Einheitliche Standards bei 24-Stunden-Betreuung
Die Caritas zieht eine positive Bilanz zu der seit 2007 legalisierten Form der 24-Stunden-Betreuung. "Das System hat sich bewährt. Das heißt aber nicht, dass nicht weitere Verbesserungen wünschenswert wären", betonte Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, in einer Aussendung am Mittwoch.
Wichtig wäre laut Caritas Wien, dass die einzelnen Agenturen, die Pflegepersonal vermitteln, vergleichbaren Standards unterliegen. Zum einen sollten verpflichtende Instrumente zur Qualitätssicherung eingeführt, zum anderen ein eigenständiges Gewerbe für Vermittlungsagenturen geschaffen werden. Das Gewerbe der Personenbetreuung und jenes der Vermittlungsagenturen sollte jedenfalls getrennt werden, so Schwertner.
"Die Maßstäbe, die die Caritas schon heute bei der Vermittlung von Personenbetreuern setzt, sollten in Zukunft auch für andere Agenturen bindend sein. Nur so kann eine qualitätsvolle Pflege, die den Menschen im Blick hat, sichergestellt werden", sagte Schwertner. Notwendig seien etwa Qualitätskontrollen in den betreuten Haushalten, strenge Kriterien bei der Auswahl der Personenbetreuer und ausreichende Deutschkenntnisse, heißt es in der Aussendung.
Aufholbedarf bei der Finanzierung
Schwertner äußerte sich skeptisch, dass immer wieder darüber diskutiert werde, ob die 24-Stunden-Betreuung auf Selbstständigenbasis verboten werden sollte. "Es gibt derzeit keine finanzierbare und arbeitsrechtlich umsetzbare Alternative zum Selbstständigen-Modell", gab Schwertner zu bedenken. "Die Gefahr wäre eine Rückkehr in die Illegalität." Denn die aktuell praktizierte Organisationsform wäre mit Dienstverträgen schwer umsetzbar.
Aufholbedarf ortet die Caritas, wenn es um eine Erhöhung und Anpassung der Fördermittel geht: "Die Förderung für die 24-Stunden-Betreuung deckt im Wesentlichen die Legalisierung der Betreuungskraft ab. Doch viele Menschen in diesem Land können sich diese Form der Betreuung nach wie vor nicht leisten und nehmen daher Angebote der Billigschiene wahr. Hier herrscht sicher Aufholbedarf", betonte Schwertner. Er forderte, das Pflegegeld zu valorisieren und die Zuschüsse des Bundes an die Familien zu erhöhen.
Quelle: kathpress