
"Tiere nicht wie Sachen behandeln"
Was beim Bemühen um eine "moralisch richtige" Ernährung zu bedenken ist, hat der Grazer Sozialethiker Kurt Remele in einem Interview der Kärntner Kirchenzeitung "Sonntag" erklärt: Eine wichtige Dimension dabei sei die Behandlung von Tieren. Nach katholischer Lehre seien diese "leidensfähige Mitgeschöpfe", die "nicht wie Sachen behandelt" werden dürften. Was in der heutigen Massentierhaltung geschehe, sei ethisch unverantwortlich, sagte der Theologe.
"Ich selbst ernähre mich vegetarisch und plädiere für eine vegetarische Ernährung", so Remele, der bereits im vergangenen Herbst mit der Einschätzung aufhorchen ließ: "Ich glaube, dass Jesus heute Vegetarier wäre." Diese Form der Ernährung führe nachweislich nicht zu Mangelerscheinungen, zu viel Fleischkonsum sei demgegenüber aus ernährungsmedizinischer Sicht ungesund.
Die Ernährungsgewohnheiten der westlichen Industrieländer haben, wie der Sozialethiker hinwies, auch eine Verbindung mit dem Hungerproblem in vielen Teilen der Welt. Im Zuge des "Landraubs" durch Nordamerika, Europa und auch China würden in den Entwicklungsländern landwirtschaftliche Produkte nicht für die lokale Bevölkerung angebaut. Sie würden vielmehr "in reiche Länder exportiert und dort an Tiere verfüttert, um billiges Fleisch zu produzieren, während die Menschen in diesen Ländern Hunger leiden".
Quelle: kathpress