
"Ich kann mir verheiratete Priester vorstellen"
Mit einer Aussage zum Zölibat hat am Dienstag der Steirische Diözesanadministrator Heinrich Schnuderl aufhorchen lassen: "Ich kann mir vorstellen, dass es verheiratete Priester gibt", so Schnuderl wörtlich in der Dienstag-Ausgabe der "Salzburger Nachrichten" (SN). Sollte der Zölibat fallen, würde das zu "großen Veränderungen" führen, ob es jedoch mehr Priester geben werde, sei eine andere Frage.
Mit Blick auf das 800-Jahre-Jubiläum der Diözese 2018 mahnte Schnuderl einige Weichenstellung für "eine Kirche der Zukunft" ein. Unter anderem müsse man sich auf eine multikulturelle Gesellschaft einstellen: "Wir leben heute mit vielen Muslimen zusammen, aber auch mit orthodoxen Christen, etwa Menschen aus Serbien, Rumänien oder aus der Ukraine". Jeder Christ müsse sich dafür einsetzen, dass es bei uns Religionsfreiheit gebe. Die Kirche trage eine Mitverantwortung, dass der Dialog der Religionen und Kulturen in Zukunft gelingen könne.
Vom neuen Grazer Bischof erhofft sich der Diözesanadministrator die Weiterführung des in der Diözese 2012 gestarteten und bis 2018 andauernden strategischen Leitprozesses "Diözesaner Weg". Dieser ziele darauf ab, "die Freude am Glauben zu erneuern, die Seelsorge in der Diözese neu auszurichten und als Kirche unsere Gesellschaft mitzugestalten". Die Kirche breiter aufstellen, hinaus zu den Menschen gehen, erachte Schnuderl als wünschenswert. Die Kirche habe sich in der Vergangenheit zu sehr mit sich selbst beschäftigt. "Die Kirche muss mehr sein als ein Ofen, der sich selbst wärmt."