
Werde künftigen Bischof "nicht präjudizieren"
Als seit einer Woche amtierender Grazer Diözesanadministrator will Heinrich Schnuderl - wie im Kirchenrecht vorgesehen - "die alltäglichen Aufgaben der Diözese weiterführen und sicherstellen". Neue Initiativen dürfe er nicht setzen, so Schnuderl in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des steirischen "Sonntagsblattes". "Das heißt: Ich darf einen künftigen Bischof nicht präjudizieren."
Zugleich erklärte der interimistische Leiter der Diözese Graz-Seckau, dessen Amt als Generalvikar wie auch das der Bischofsvikare mit dem Rücktritt von Bischof Egon Kapellari erlosch, er wolle begonnene Weichenstellungen im Hinblick auf das 800-Jahr-Jubiläum der Diözese im Jahr 2018 fortsetzen und "unsere pastoralen Prioritäten, die wir im Prozess 2010 formuliert haben, konsequent verfolgen". Der neue Bischof "wird sich dadurch hoffentlich nicht in seinem Handlungsspielraum eingeengt, 'präjudiziert' fühlen", so Schnuderl.
"Ständiger Vertreters des Diözesanadministrators" ist auf Ersuchen Schnuderls Helmut Burkard, "weil er aus seiner Zeit als Generalvikar viele dieser Agenden kennt".
Beim 2010 begonnenen "Diözesanen Weg" habe sich die Kirchenleitung vorgenommen, "die Freude am Glauben zu erneuern". Dieses Ziel wurde nach den Worten Schnuderls schon vor dem Erscheinen des Apostolischen Schreibens von Papst Franziskus "Evangelii gaudium - Die Freude des Evangeliums" formuliert. Die von Franziskus gegebenen Anregungen für "eine neue Etappe der Evangelisierung, die von dieser Freude geprägt ist", erforderten auch ein Umdenken in der Seelsorge. "Als Boten einer frohmachenden Botschaft können wir dann auch 'als Kirche unsere Gesellschaft mitgestalten'", ein weiteres Ziel des Diözesanen Wegs.