
Erzdiözese Wien verteilt "Liebesbriefe von Gott"
Die Erzdiözese Wien setzt am Valentinstag eine erfolgreiche Initiative fort: "Liebesboten" beschenken Passanten zum zehnten und vorläufig letzten Mal mit "100.000 Liebesbriefen von Gott". Bei der Aktion werden zum Festtag des heiliggesprochenen Märtyrerbischofs aus der Antike am 14. Februar von 150 Pfarren und kirchlichen Gruppen Briefe an belebten Plätzen - U-Bahnstationen, vor Kirchen, Einkaufszentren - und bei Hausbesuchen überreicht. An rund 40 Rendezvous-Orten sind Menschen zur "Begegnung mit Gott" eingeladen, in diesen Kirchen und Kapellen im Raum Wien gibt es ein vielfältiges Programm wie Segnungen von Paaren und Singles, Gebetsabende, gemütliches Beisammensein und Kennenlernen bei Punsch und Süßem.
Die Aktion der Erzdiözese findet mittlerweile weit über die Grenzen Wiens hinaus Anklang. Die Idee, am Valentinstag Liebesbriefe zu verteilen, wurde von Pfarren in Graz, Innsbruck, Villach, Linz und Salzburg aufgegriffen. Die Diözese Eisenstadt lädt heuer zum Rendezvous in den Eisenstädter Dom. Auch in Deutschland zieht die Idee Kreise: "Ein Priester war in seiner Sabbatzeit in Wien, hat die Aktion kennengelernt und macht sie nun auch wieder in seiner Heimatpfarre", berichtete Otmar Spanner, Organisator der Aktion. Auftakt in Wien ist eine von Generalvikar Nikolaus Krasa geleitete Sendungsmesse am Freitag, 13. Februar, um 6.30 Uhr früh im Stephansdom.
Ebenfalls im Stephansdom wird Dompfarrer Toni Faber am Valentinstag um 20 Uhr wieder eine "Segnung der Liebenden" vornehmen. Zu dem Gottesdienst sind alle eingeladen, "die ihre erfüllte oder sehnsüchtig erhoffte Liebe unter den Schutz und Segen Gottes stellen wollen", heißt es in einer Ankündigung. Der Abend wird mit Liebesliedern und -gedichten gestaltet, der Segen mit Handauflegen erteilt.
Gleich zwei Märtyrer namens Valentin
Der Brauch, den 14. Februar als Tag der Liebenden zu feiern, geht auf die römische Göttin Juno, die Beschützerin von Ehe und Familie, zurück. Jährlich am 14. Februar wurde im antiken Rom ihr zu Ehren ein Fest mit vielen Blumen als Altarschmuck bzw. Geschenke an die Frauen gefeiert. Valentin, Bischof von Terni, soll in Rom in der Verfolgungszeit unter Kaiser Aurelian durch eine Krankenheilung viele Leute für den christlichen Glauben gewonnen haben. Er wurde daraufhin angeklagt und um das Jahr 268 enthauptet. Seine Gestalt vermischt sich laut dem Ökumenischen Heiligenlexikon mit Valentin von Rom, dessen Festtag ebenfalls der 14. Februar ist: Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. traute er Liebespaare nach christlichem Zeremoniell und half in Partnerschaftskrisen; auch er wurde enthauptet.
Im Mittelalter kam der Brauch, Valentin als Patron der Liebenden zu feiern, zunächst in Frankreich, Belgien und England auf, nachgewiesen erstmals im 14. Jahrhundert mit "Valentine greetings". Schon bald zählte er ähnlich wie Nikolaus oder Martin zu beliebtesten Volksheiligen, um die sich bis heute lebendiges Brauchtum rankt.
Konsumenten sollen "faire" Blumen kaufen
Laut einer Aussendung von "Fairtrade Österreich" macht der österreichische Blumenfachhandel rund ein Viertel des gesamten Jahresumsatzes an Tagen wie dem Valentinstag, Muttertag und zu Weihnachten. 110 Millionen Rosen werden demnach jährlich in Österreich abgesetzt. 70 Prozent davon kommen aus dem Ausland. Besonders viele Frauen und Kinder arbeiten auf ostafrikanischen und südamerikanischen Plantagen, wo das Klima für den Blumenanbau am geeignetsten ist. Auf den Blumenfarmen herrschen oft unzumutbare Arbeitsbedingungen, kritisiert "Fairtrade". Der gemeinnützige Verein zur Förderung des fairen Handels versucht die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter zu verbessern, die unterbezahlt und meist unzureichend vor Pestiziden geschützt seien.
Zum Valentinstag legt "Fairtrade" den Konsumenten Blumen mit seinem Gütesiegel ans Herz - etwa jene Rosen, die auf 52 Blumenfarmen in sechs Ländern fair gezüchtet werden. Mit ihrem Eintritt in das "Fairtrade"-System akzeptieren die Farmen das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, die Zulassung einer unabhängigen Arbeiter-Vertretung sowie Auflagen zum Mindestlohn und Gesundheitsschutz. "Fairtrade"-Blumen sind in Österreich mittlerweile in den großen Handelsketten wie Billa, Spar, Hofer, Merkur, ADEG oder Lidl erhältlich.