
Gedenkmesse für 1945 ermordeten Märtyrer
Die Diözese Innsbruck hat am Montag des Tiroler Märtyrers P. Edmund Pontiller gedacht, der am 9. Februar 1945 in München von den Nazis hingerichtet worden war. Aus Anlass seines Gedenktags feierte Diözesanbischof Manfred Scheuer in Dölsach (Osttirol), dem Heimatort des Benediktinerpaters, eine Messe. Im Anschluss an die Messe wurde in der Krypta der Pfarrkirche eine Gedenktafel zu Ehren von Pater Pontiller enthüllt.
Edmund Pontiller - so der Ordensname - wurde mit dem Taufnamen Josef Pontiller am 4. November 1889 in Dölsach geboren. Nach dem Besuch der Oblatenschule der Benediktiner in Volders trat er dem Benediktinerorden bei. 1916 empfing er die Priesterweihe.
Nach seelsorglichen Aufgaben in Innsbruck wurde er mit der Jugendarbeit in der bayrischen Erzdiözese Bamberg betraut. Als die Gestapo nach der Machtergereifung Hitlers 1933 Pontiller ins Visier nahm, wechselte er 1936 nach Lambach bei Wels.
In Lambach entfaltete Pontiller eine rege soziale Tätigkeit. Unter anderem eröffnete er eine Werkstätte für arbeitslose Jugendliche und ein Heim für Volksschulkinder.
Nach dem "Anschluss" wurde Pontiller von der Gestapo mehrfach einvernommen; im Oktober 1938 schließlich musste er seine Tätigkeit aufgeben und floh nach Ungarn, wo er zuerst in der westungarischen Abtei Bakonybel lebte. Ab 1940 war er Hauskaplan bei der adeligen Familie Biedermann in Schloss Szentegat an der kroatischen Grenze. In Szentegat konnte er sich vier Jahre lang vor den Nazis versteckt halten.
Die Gestapo spürte den Ordensmann 1944 auf, nachdem die Deutschen den Staatsstreich der faschistischen "Pfeilkreuzler" inszeniert hatten. Pontiller wurde "Devisenschiebung", "Feindsenderhören" und Homosexualität vorgeworfen. Die Anklagepunkte mussten jedoch mangels Beweisen fallen gelassen werden. Die Verurteilung beruhte schließlich auf einem Brief, in dem Ponitiller die Verbrechen des Hitlerregimes anklagte.
Der Benediktiner hatte an seinen Erzabt geschrieben: "Hitler kennt mit seinem Volke kein Erbarmen. Er glaubt berechtigt zu sein, ganz Europa mit sich in den Abgrund zu reißen". Pontiller ging in dem Brief aber auch mit Hitler-Anhängern aus den eigenen Reihen hart ins Gericht: "Da gibt es noch Katholiken, sogar katholische Priester, die diesem Nero auf deutschen Thron noch immer Weihrauch streuen, ihn verteidigen und seine Christenverfolgung als harmlos hinstellen möchten."
Der Hochverrats-Prozess gegen Pontiller wurde in Oktober 1944 in Berlin geführt. Am 13. Oktober 1944 wurde er vom berüchtigten "Blutrichter" Roland Freisler zum Tod verurteilt. In der schriftlichen Begründung des Urteils hieß es: "Der Verurteilte hatte Deutschlands sowie Europas sicheren Untergang durch die Schuld des Führers vorausgesagt". Am 9. Februar 1945 erfolgte die Hinrichtung in München-Stadelheim.