
Scheuer: eigene Mobilität überdenken
Zu einem Umdenken bei der Wahl des täglichen Fortbewegungsmittel hat Innsbrucks Diözesanbischof Manfred Scheuer angesichts eines "Übermaßes an Verkehr" aufgerufen. Mobilität bringe für die Wirtschaft und für viele Menschen Vorteile, sie verursache aber auch Belastungen von Mensch und Umwelt, so der Bischof in einer Aussendung (Montag). Anleitungen und Impulse zu einer Neugestaltung der eigenen Mobilität liefert wie jedes Jahr auch heuer wieder die Aktion "Autofasten" der Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche. Im Rahmen der Aktion soll bis Karsamstag (4. April) bewusst auf das eigene Auto verzichtet werden.
Mobilität sei im Grunde ein "Zeichen für das Leben, für die Lebendigkeit", sagte Scheuer, verwies zugleich aber auf die Notwendigkeit, "den Übermaß an Verkehr in ein normales, erträgliches Maß zurückzuführen". Wie das zu geschehen habe, könne zwar nicht von der Kirche festgelegt werden, diese sehe sich aber veranlasst, "beharrlich darauf hinzuweisen, dass ein Übermaß lebensschädlich ist und bleibt, dem Leben nicht dient".
In erster Linie richte sich sein Aufruf an alle Gläubigen, denn der Beitrag der Kirche müsse zuerst durch Selbstkritik und Selbstverpflichtung gestaltet sein. "Nicht nur die Anderen, auch wir selbst müssen uns fragen, ob wir durch unseren Lebensstil, unser Verhalten zu diesem schädlichen Übermaß beitragen", so Scheuer wörtlich.
Für die Aktion "Autofasten - Heilsam in Bewegung kommen" wirbt auch der Superintendent der Evangelischen Kirche Salzburg und Tirol, Olivier Dantine. "Wer seine Mobilitätsgewohnheiten ändert, erhält ganz neue Perspektiven." Außerdem habe das eigene Verhalten im Bereich der Mobilität Auswirkungen auf das Leben vieler anderer. Umweltfreundliche Mobilität sei ein Beitrag für die Steigerung der Lebensqualität vieler Menschen.
4,6 Millionen PKWs in Österreich
Dass jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer ist, hat der Verkehrs-Club-Österreich (VCÖ) vor kurzem erhoben. Mittlerweile zeigen die Daten des VCÖ aber auch, dass österreichweit jährlich immer weniger Kilometer mit dem Auto zurückgelegt werden. Fast jeder vierte Haushalt in Österreich besitzt gar kein Auto mehr.
Trotzdem gibt es immer noch rund 4,6 Millionen PKWs in Österreich. Die Folgen sind Staus, überfüllte Parkplätze und Umweltverschmutzung. Gerade morgens wird das bei den Stadteinfahrten in Österreich sichtbar. In die Stadt Salzburg etwa pendeln täglich mehr als 40.000 Autofahrer aus den umliegenden Gemeinden.
2.-4.3.: Veranstaltungen im Rahmen der Aktion
An drei Terminen werden in Tirol (2., 3. und 4. März) Veranstaltungen im Rahmen der Aktion vorgestellt und gemeinsam mit den Teilnehmenden Adaptionsmöglichkeiten auf den eigenen Mobilitäts-Bereich angedacht. (Infos: www.autofasten.at)