
Würde des Menschen braucht ständiges Ringen
Um die Würde des Menschen muss gerade im 21. Jahrhundert in einem neuen globalen Wirtschaftssystem neu gerungen werden. Das betonte der steirische Caritasdirektor Franz Küberl in seinem Festvortrag bei der Verleihung des Menschenrechtspreis des Landes Steiermark. "Das Menschenbild des 21. Jahrhunderts ist ein umkämpftes Gut. Wir haben keine Sicherheit, dass sich die 'Verwertung' des Menschen auf allen Ebenen nicht noch weiter ausbreiten wird als wir es ohnehin schon beobachten können", so Küberl.
Nötig seien daher "klare Vorstellungen von der inneren Dimension des Menschen, von geistigen Werten, von der Freude an der Entwicklung des eigenen kreativen Potenzials - vom Gesamtkunstwerk Mensch, dem vor allen Nutzungs- und Verwertungsstrategien Würde und Einzigartigkeit zukommt", sagte der Caritasdirektor.
Eine besonders "wuchtige Abform" lasse sich derzeit bei der "Schlepperindustrie" erleben, berichtete Küberl. Er verwies dabei auf von italienischen Staatsanwälten abgehörte Telefonate von Schleppern. Die "ganze Kälte und menschenverachtende Grausamkeit dieses Geschäfts" sei selbst beim Abhören dieses "von Somalia über Libyen nach Italien und Deutschland funktionierende Netzwerk" spürbar gewesen.
Die Herstellung und Bewahrung von Gerechtigkeit und Menschenrechten sei zunächst eine staatliche Angelegenheit, zugleich sei aber auch jeder Einzelne gefordert. Küberl: "Was wir wirklich brauchen, sind Menschen, die im Herzen Feuer dafür haben, dass die Unumkehrbarkeit der Gleichheit und Gleichberechtigung, die Unteilbarkeit und Gesamtheit der Menschenrechte an möglichst allen Orten der Welt, für alle Menschen die sich dort aufhalten, wirksam sein müssen."
Drei Personen wurden mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet: Sr. Brigitta Raith, Regionalleiterin der Ordensgemeinschaft Missionarinnen Christi im Kongo, Kurt Senekovic, Obmann des Vereins "Achterbahn", und Birgit Benke, Leiterin des Projektes "Schattenkinder - Kinder auf der Flucht ins Licht". Unter den Gratulanten stellte sich u.a. Landeshauptmann Franz Voves ein.