Bildungsdebatte läuft in falsche Richtung
Die gegenwärtige Bildungsdiskussion und Schulentwicklung lauft nach den Worten des Schulexperten Rudolf Luftensteiner in die falsche Richtung. Es zählten nur mehr Leistung und Erfolg, wie dies beispielsweise beim PISA-Test deutlich werde, kritisierte der Leiter des Schulreferates für Ordensschulen. Er äußerte sich im Rahmen einer Tagung der Leiter von katholischen Hauptschulen und Neuen Mittelschulen in Matrei am Brenner.
Luftensteiner plädierte für mehr "Herzensbildung" statt Leistungsdenken in den Schulen. "Wir wechseln von der früher üblichen Kinderarbeit direkt hin zu den Leistungskindern. Wir sollten uns diesem Prozess entziehen, indem wir der Herzensbildung Raum geben und betreiben", so der Bildungsexperte, und weiter: "Schule und Bildung ist Herzenssache. Es geht um unser eigenes Herz, ein warmes Herz. Das ist nicht Gefühlsduselei oder und hat schon gar nichts mit einem landläufigen Weichei zu tun. Das warme Herz gilt als Mitte der Emotionalität und als Zentrum der Wahrnehmung der Welt."
Eine solche Herzensbildung müsse wesentlich zur Identität der katholischen Schulen und Ordensschulen gehören, forderte Luftensteiner. Er rief zudem die Leiter der Schulen auf, sich nicht entmutigen zu lassen: "Trotz aller bildungspolitischen Leidenssituationen lasst euch die Arbeit nicht vermiesen. Die Gesellschaft kennt leider nur Erfolg und Leistung. Deshalb kommt die Bildungsdebatte nicht weiter. Das Herz wird ausgeklammert."
Schon Viktor Frankl habe gewusst: "Wenn wir zwei Menschen gleich behandeln, haben wir einen falsch behandelt", so Luftensteiner. Jedes Kind sei in seiner Entwicklung wichtig. Dazu gehöre auch, "dass wir Sorgen und Anliegen von Schülern oder auch Eltern ins Gebet nehmen. Bildung richtig verstanden als Herzensbildung habe mit spiritueller Öffnung zu tun, so der Schulexperte.