Christliche Ärzte heute mehr denn je gefragt
Christliche Ärzte sind "heute mehr denn je gefragt", als Multiplikatoren und Anwälte für die Menschenwürde vom Lebensanfang bis zum natürlichen Ende - "trotz allen Gegenwindes!": Das sagte der burgenländische Bischof Ägidius Zsifkovics in einem Gedenkgottesdienst im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, der anlässlich des Todestages des Ordensgründers Johannes von Gott von Ordensmitgliedern, Spitalsmitarbeitern, Patienten und Vertreter der Landespolitik gefeiert wurde. Den Duktus der Feier fasste die Diözese Eisenstadt im Bericht auf ihrer Website mit dem Satz zusammen: "Dienst am Kranken ist mehr als technisches Know-how."
Nach den Worten von Bischof Zsifkovics hinkt die sittliche Entwicklung in der Gesundheitspolitik in Europa der medizinisch-technischen Entwicklung hinterher. In manchen europäischen Ländern würden Gesetze zur Fortpflanzungsmedizin und zur Sterbehilfe die Integrität des Menschen zu beschneiden beginnen, warnte er. Hier sei die Haltung und Praxis der Barmherzigen Brüder das lebensnotwendige christliche "Gegenmodell" bei Pflege, Heilung und Betreuung, so Zsifkovics.
In seiner Predigt erinnerte er an das Vermächtnis des heiligen Johannes von Gott (1495-1550) für das 21. Jahrhundert: Es gelte professionelle Hilfe für den leidenden Menschen in dessen "leib-seelischen Ganzheit" zu leisten, ohne Ansehen der Person. "Auf einem Planeten, auf dem ein Großteil der Erdbevölkerung nicht in den Genuss kommt, mit anderen Arzneien als mit Aspirin behandelt zu werden, ist dies mehr als ein frommes Programm", so Zsifkovics wörtlich.
Der Stifter des "Hospitalordens der Barmherzigen Brüder des Johannes von Gott" ist Patron der Kranken, der Krankenhäuser und der Krankenpfleger. Er etablierte bereits im 16. Jahrhundert das Krankenhaus im modernen Sinn. Sein Orden mit Hauptsitz in Rom ist heute in 53 Ländern der Erde in der Kranken- und Altenpflege, der Behindertenhilfe, der Obdachlosenfürsorge und in den letzten Jahren verstärkt in der Hospizarbeit und der Palliativmedizin tätig. Die Österreichische Ordensprovinz - Provinzial Ulrich Fischer - war bei der Feier in Eisenstadt anwesend - besteht aus Einrichtungen in Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Insgesamt sind hier rund 7.700 Mitarbeiter, davon knapp 50 Ordensangehörige, im Dienst am Nächsten tätig.