
Kirchenpreis an Regisseurin Kovacic
Der Preis der Diözese Graz-Seckau für den besten Kurz-Dokumentarfilm der Diagonale 2015 geht an die Regisseurin Lisbeth Kovacic für "minor border". Sie bebildert den Abriss von Zollstationen an der österreichisch-ungarischen Grenzen, während Anwohner und Transitmigranten über ihre tatsächliche Bewegungsfreiheit sprechen. Die Juroren Nina Kusturica, Markus Leniger und Antoinette Zwirchmayr wählten "minor border" unter 12 Wettbewerbsfilmen der Kategorie Kurz-Dokumentarfilm aus.
Vorjahrespreisträgerin Antoinette Zwirchmayr verlas im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am Abend des 21. März im Orpheum die Jurybegründung: "minor border" visualisiere eine Grenzregion Europas und finde Bilder und Töne für diese Nicht-Orte. Die Regisseurin hinterfrage durch ihre Herangehensweise das europäische Grenzregime und seine dahinterliegende Politik. Der Film zeige den Abbau der traditionellen Grenzanlagen zwischen Österreich und Ungarn und mache gleichzeitig die neue, unsichtbare Abschottungslinie erfahrbar. Lisbeth Kovacic verwebe feinfühlig Elemente des Tons, der Bildkomposition, der Musik und der Titel und schaffe so einen Film, "der dem Publikum Raum zur Reflexion gibt und es so für dieses wichtige Thema sensibilisiert", so die Begründung.
Das 25-minütige filmische Dokument steht exemplarisch für Grenzräume. Die Landschaft Burgenlands gibt mit ihrer Flachheit vor, grenzenlos zu sein. Kovacic zeigt auf Metaebenen sichtbare und unsichtbare Schranken auf. Eine Stimme aus dem Off meint: "In Europa wird man nicht mit den Waffen getötet. Hier sind es Stift und Papier".
Hochschulseelsorger Alois Kölbl übergab in Vertretung von Diözesanadministrator Heinrich Schnuderl am Samstagabend im Orpheum Graz den Preis der Diözese Graz-Seckau im Wert von 4.000 Euro an die Preisträgerin Lisbeth Kovacic.
Quelle: kathpress