
Mahnwachen für tote Bootsflüchtlinge
In zahlreichen Gedenkveranstaltungen wird in Österreich der Flüchtlingstragödien im Mittelmeer mit 1.300 Toten allein in den vergangenen fünf Tagen gedacht. Die Opfer der Bootsunglücke zwischen Afrika und Italien hätten "nichts weiter gewollt hatten, als sich auf die Suche nach einem besseren Leben zu begeben", erklärte Caritas-Direktor Franz Küberl am Mittwoch bei einer Mahnwache auf dem Gelände des Paulinums, an der auch der designierte Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl teilnahm. Küberl forderte vor 250 Teilnehmern einen Dialog der EU mit der Afrikanischen Union, um die Ursachen der Migrationsbewegungen grundlegend zu bekämpfen.
Zu einem Gebet für Bootsflüchtlinge in Innsbruck hatten die Diözese und die Caritas am Mittwoch um 18 Uhr in die Kapuzinerkirche geladen. Angesichts der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer mit weit mehr als tausend Todesopfern innerhalb der vergangenen Tage wollen Bischof Manfred Scheuer und Caritasdirektor Georg Schärmer gemeinsam mit der Gemeinschaft Sent' Egidio damit ihrer Betroffenheit und Trauer Ausdruck verleihen, hieß es in einer Ankündigung.
In Linz wird den Opfern am Donnerstag um 19.30 Uhr im Mariendom im Rahmen der wöchentlichen Abendmeditation gedacht. Gemeinsam werde man Kerzen entzünden, um ein Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen, kündigte die Caritas der Diözese Linz am Mittwoch an. "Täglich sterben Menschen auf der Suche nach Freiheit und Sicherheit vor unseren Grenzen. Wir müssen endlich hin- statt wegschauen und Taten gegen diese Unmenschlichkeit setzen", appellierte Caritasdirektor Franz Kehrer und lud auch alle Pfarren ein, am kommenden Sonntag bei den Gottesdiensten ebenso ein Gedenken zu veranstalten.
In Salzburg haben mehrere Kirchen und Hilfsorganisationen für Freitagabend zu einer großen Mahnwache eingeladen. Ab 17 Uhr wird dabei auf dem Domplatz u.a. auch der Salzburger Erzbischof Franz Lackner kurze Worte sprechen. Im Anschluss ist ein gemeinsames Gebet im Gedenken an die toten Flüchtlinge in der Kirche von St. Peter geplant. "Wir dürfen angesichts der Opfer und der großen Ausweglosigkeit der Menschen außerhalb Europas nicht schweigen", sagte der Salzburger Caritasdirektor Johannes Dines am Mittwoch. Mit der Mahnwache wolle man zeigen, "dass wir als Europäer für andere einstehen und Verantwortung übernehmen mit unserem Mitgefühl".
In Wien und Klagenfurt hatten bereits am Montagabend Mahnwachen stattgefunden.