
Caritas will Spreu von Weizen trennen
Die 24-Stunden-Betreuung ist mittlerweile in Österreich unverzichtbar geworden, umso notwendiger ist eine effektive Qualitätssicherung in diesem Bereich. Darauf haben die Caritas und das Hilfswerk Österreich in einer gemeinsamen Aussendung am Donnerstag hingewiesen. Etwa 25.000 Menschen würden derzeit regelmäßig rund um die Uhr betreut, wobei sowohl seriöse Agenturen als auch schwarze Schafe am Markt vertreten sind: Erstere würden sich um faire Vertragsverhältnisse und Bedingungen für Personenbetreuer ebenso bemühen wie um laufende Qualitätssicherung und Begleitung beim Kunden. Sie stünden jedoch in Konkurrenz zu "unseriösen Agenturen, die die 24-Stunden-Betreuung als Weg zum schnellen Geld auch unter Ausnützung der Personenbetreuer/innen sehen", warnen die beiden Hilfsorganisationen.
Anlass für ihre Aussendung ist das Ende der Begutachtungsfrist des Wirtschaftsministeriums für eine Reform der Gewerbeordnung am Mittwoch. Diese stelle den ersten Schritt zu einer Qualitätsverbesserung in der Vermittlung von 24-Stunden-Betreuung dar. Konkret solle die schon länger diskutierte Trennung der Gewerbe zwischen Betreuungspersonal und Vermittlungsagenturen vollzogen werden.
Laut Alexander Bodmann, dem Vorsitzenden von "Caritas Rundum Zuhause betreut", wird die Qualität in der Vermittlung von Personenbetreuung leichter verbessert werden können, wenn sich Agenturen als ein eigenes Gewerbe deklarieren müssen.
In den vergangenen Jahren war die 24-Stunden-Betreuung immer wieder Kritik ausgesetzt. "Das System grundsätzlich in Frage zu stellen, würde jedoch die Betreuung vieler älterer Menschen zu Hause gefährden", sind sich Bodmann und Hilfswerk-Geschäftsführer Walter Marschitz einig.
Für regelmäßige Inflationsanpassung
Die nun vorgeschlagene Gewerbetrennung erforderte freilich weitere Maßnahmen. Caritas und Hilfswerk regen u.a. an, die Fördersätze für die Betroffenen zu erhöhen und sie regelmäßig an die Inflationsrate anzupassen. Das Angebot der 24-Stunden-Betreuung sei für viele Menschen "oft die einzige Möglichkeit, ihren ernstzunehmenden Wunsch nach Betreuung in den eigenen vier Wänden auch im Pflegefall zu erfüllen". Mehr Augenmerk müsse den steigenden Demenzerkrankungen gelten, hier brauche es mehr Fort- und Weiterbildungsangebote für die Betreuungskräfte.
Caritas und Hilfswerk fordern außerdem Transparenz beim Angebot von Vermittlungsagenturen und den Zahlungsflüssen, Mindeststandards bei der Unterbringung und Verpflegung der Pflegenden sowie beim Einsatz von Hilfsmitteln wie Pflegebetten oder Einmalhandschuhen.