Klöster sind "Schrittmacher" des Landes
Klöster sind nach den Worten des oberösterreichischen Landeshauptmanns Josef Pühringer "Schrittmacher für die Entwicklung des Landes": Sie seien "geistige und geistliche Zentren im besten Sinn des Wortes", zumal Menschen in ihnen Orte "der Ruhe, der Selbstvergewisserung, des Glaubens und der Spiritualität" finden, erklärte der VP-Politiker am Donnerstag in einer Sonderbeilage der "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) zum laufenden "Jahr der Orden".
Schon seit jeher seien Klöster Orte der Bildung, Kunst, Kultur und Spiritualität gewesen. "Hier wurde nicht nur Glaube gelebt, sondern Geschichte geschrieben, auf hohem Niveau geforscht, Bildung weitergegeben, aber auch für das soziale und gesellschaftliche Leben der Menschen sehr viel geleistet", so der Landeshauptmann. "Aktueller denn je" sei es zudem, auch von den pastoralen Aufgaben der Klöster in den Pfarrgemeinden zu sprechen.
Klöster seien weiters Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung und Innovation gewesen, was historisch vor allem auf ihre Vernetzung auch außerhalb der Landesgrenzen hinaus zurückgehe. "Diese Netzwerke haben sichergestellt, dass schon in früheren Jahrhunderten unser Land eingebunden war in die großen Entwicklungen der jeweiligen Zeit. Man war über die neuesten Entwicklungen und Trends auf dem Laufenden, konnte sie auch an die Menschen im Land weitergeben", legte Pühringer dar.
Klöster sind "kein Traditionspflegeverein"
Klöster seien besondere Orte, um der eigenen Berufung auf die Spur zu kommen und bei großen Entscheidungen auch nach Gott zu fragen, erklärte der Novizenmeister des Stiftes St. Florian, Manfred Krautsieder, in der OÖN-Beilage. Laut dem Augustiner-Chorherren ist Ordensleben heute durchaus attraktiv: Entgegen landläufiger Klischees sei es eine Option, um "Jesus buchstäblich nachfolgen zu können" und das Leben sinnerfüllt zu gestalten, so der Ordensmann.
Dass sich Klosterbewohner den "Luxus des geistlichen Lebens" leisten müssen, betonte Abt Reinhold Dessl vom Stift Wilhering: Die Gebetszeiten seien "entscheidend, damit wir für die Menschen da sein können". Er selbst sei bemüht, das Zisterzienserstift für alle attraktiv zu machen und somit als Lebensraum für die Zukunft zu erschließen: "Wir sind kein Traditionspflegeverein", so der Abt. Ein Schritt dazu sei die Einladung zur Teilnahme an der sonntäglichen Vesper der Mönche.