
Spital der Barmherzigen Brüder sagt Eröffnung ab
Die nach dem Abschluss der Generalsanierung geplante offizielle feierliche Wiedereröffnung des Krankenhausbereichs "Haus C" des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt am 20. Mai wird nicht stattfinden. Das gab der Konvent der Barmherzigen Brüder, seit über 250 Jahren Rechtsträger und Betreiber des Krankenhauses, am Freitag in einer Aussendung bekannt.
Das Land Burgenland und der Orden der Barmherzigen Brüder hatten laut Aussendung in den vergangenen sieben Jahren rund 60 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau des Ordensspitals investiert. Geplant war gemäß dem Auftrag des Landes Burgenland die Aufstockung der Bettenzahl von 375 auf 500 und eine entsprechende Erhöhung des Personalstands, insbesondere in den Bereichen der künftigen Abteilung für Neurologie und Neurofrührehabilitation sowie der ebenfalls neuen Palliativstation. Weiters sei damit auch die in der Zielplanung vorgesehene Erweiterung des tagesklinischen Leistungsangebots verbunden gewesen, hieß es.
In den noch immer andauernden Gesprächen für das Budgetjahr 2015 seien "ständig neue Hürden aufgebaut und inakzeptable Eingriffe in die Betriebsführung der Barmherzigen Brüder" vorgenommen worden, hieß es nun von Seiten des Ordens. Für den Orden sei es nicht nachvollziehbar, "warum damit jahrzehntelang bewährte Strukturen zerstört werden". "Wir sind enttäuscht und frustriert, dass bestehende Zusagen nicht eingehalten werden. Wir müssen jetzt über eine Neuordnung der Kräfte und Ressourcen nachdenken", so der Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz, Frater Ulrich Fischer, in der Aussendung.
Das Krankenhaus Eisenstadt sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung der burgenländischen Bevölkerung. Die Barmherzigen Brüder und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten mit hohem Engagement den weiteren Ausbau der Spitalsinfrastruktur forciert, "so wie es von Beginn der Planungen an mit der Landesregierung vereinbart gewesen ist". Der Orden sieht es als "unvertretbar" an, "den Ausbau zuerst zu veranlassen und anschließend die erforderlichen Mittel für das Personal und den Betrieb für die gemeinsam geplanten und aus gesundheitspolitischer sowie demographischer Sicht notwendigen neuen Einheiten nicht zu genehmigen".
Wie Spitalleister Robert Maurer am Freitag gegenüber "Kathpress" erklärte, könnten aufgrund des nicht genehmigten Personals die Neurologie- und Palliativstation den Betrieb nicht aufnehmen. Man hoffe von Seiten des Krankenhauses aber immer noch auf eine Einigung mit den zuständigen Behörden. Es sei ein Anliegen des Ordens, dass die getätigten Zusagen eingehalten und der bis vor wenigen Monaten gelebte Dialog und die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe wiederbelebt werden.