
Startschuss für mobiles Kinderhospiz
In Salzburg ist der Startschuss für das mobile Kinderhospiz "Papageno" gefallen: Betreut werden Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr und deren Familien. Finanziert wird der Start des Hospizes nach vergeblichem Warten auf finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand, mit Geldern von Spendern und der Caritas, hieß es in einer Aussendung (Montag).
Im Fokus stehen neben körperlichen auch psychisch-emotionale, soziale, kulturelle und spirituelle Bedürfnisse. Ziel des interprofessionellen Teams ist es, "dem Erkrankten und dem gesamten psychosozialen Umfeld die höchstmögliche Lebensqualität zu ermöglichen". Die Inanspruchnahme der Leistung steht den betroffenen Familien frei und ist unabhängig von Verlaufdauer und Heilungschancen.
Es geht um Menschen, hinter denen keinerlei Lobby steht, schilderte Maria Haidinger, die Obfrau der Hospizbewegung Salzburg: Kinder, die praktisch rund um die Uhr Pflege und medizinische Betreuung brauchen, und ihre Familien, die völlig erschöpft und ausgelaugt sind; Schätzungen zufolge geht es pro Jahr im Bundesland Salzburg um rund 20 bis 25 Kinder und Familien.
Rund 190.000 bis 200.000 Euro würde "Papageno" bei flächendeckender Versorgung kosten, gestartet wird mit einem Budget von rund 70.000 Euro, sagte Caritas-Direktor Johannes Dines. Aufgebracht wird der Betrag zum einem mit einer Großspende von 30.000 Euro aus einer Stiftung, zum anderen mit kleinen Spenden. "Und wir übernehmen eine Art Ausfallshaftung", so Dines. Damit muss das Vorhaben vorerst regional auf die Stadt Salzburg und das engere Umland eingegrenzt werden. Eine Ausweitung in den nächsten Jahren auf das ganze Bundesland Salzburg ist aber geplant.
Langfristig zufriedengeben wollen sich die Initiatoren mit dieser Finanzierung nicht, denn das Hospiz soll dauerhaft auf solide wirtschaftliche Beine gestellt werden. "Wir werden nicht müde werden, die Politik immer wieder zu bitten. Wir wollen langfristig die Strukturen geben, die die Familien brauchen", so Haidinger. Von den Gesundheitssprechern der Landtagsparteien gibt es zumindest die Absichtserklärung, den Wunsch beim Budget ab dem Jahr 2016 zu berücksichtigen. Dines sagte, er wolle gar nicht öffentlich über die Politik schimpfen, weil er durchaus Verständnis für die finanziellen Probleme des Landes habe, aber dennoch durch Beharrlichkeit diesen Geldhahn letztlich erfolgreich anzapfen. Außerdem handle es sich beim Hospiz auch um eine Maßnahme, die das Krankenhaus entlaste, so Haidinger.
Es gebe in Österreich zwar viele Strukturen, teilweise auch eine mobile Palliativpflege für Kinder, aber noch kein flächendeckendes Netz, erklärte die Kinderärztin Regina Jones, die beim Kinderhospiz den medizinischen Part übernimmt und die an den Landeskliniken bereits viele Jahre Erfahrung in der Schmerztherapie bei jungen Patienten hat. "Es sind chronische Erkrankungen mit sehr langen und intensiven Verläufen, vielfach handelt es sich um seltene Krankheiten", so die Medizinerin. Daher sei sehr viel spezielles Wissen über die Krankheitsbilder nötig.
Das Team setzt sich aus der Palliativ-Kinderärztin Regina Jones, Oberärztin für Kinder- und Jugendheilkunde an der Uniklinik Salzburg, einer Krankenschwester sowie ehrenamtlichen Hospizbegleitern zusammen und arbeitet eng mit einem Sozialarbeiter beziehungsweise Therapeuten zusammen. Insgesamt 48 ehrenamtliche Kinderhospiz-Begleiter haben neben dem allgemeinen Lehrgang für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung einen speziellen Lehrgang zur Kinderhospizarbeit absolviert. Am Konzept für "Papageno" wurde fünf Jahre gearbeitet.