
Linz: Pfarrgrenzen künftig digital abrufbar
In Oberösterreich sind künftig die Grenzen der katholischen und evangelischen Pfarren digital abrufbar: In einem Kooperationsprojekt haben Katholische und Evangelische Kirche gemeinsam mit dem Land Oberösterreich landesweit die Pfarrgrenzen digital erfasst und mit den Matriken und der Homepage der jeweiligen Pfarre verlinkt. Vorgestellt wurde der Dienst am Montag in Linz bei einer Pressekonferenz mit Diözesanbischof Ludwig Schwarz, Superintendent Gerold Lehner und Landeshauptmann Josef Pühringer. Für Bischof Schwarz sind die Pfarrmatriken nicht nur Zeugen einer "Seelsorge vor Ort für die Menschen, sondern auch ein reichhaltiger Fundus an geschichtlichen Informationen".
Die digitale Erfassung der grundstücksgenauen Pfarrgrenzen bilden einen weiteren Mosaikstein im Aufbau des "Digitalen Oberösterreichischen Geschichtsatlas" (DOGA), der bereits eine Vielzahl an Daten aus den Themenbereichen Geschichte und Geographie enthält. "Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Informationsgesellschaft und der Open Government schaffen einen optimalen Rahmen für die nationale und internationale Image- und Markenbildung unseres Landes als 'offenes Oberösterreich'", so Landeshauptmann Pühringer bei der Pressekonferenz.
Die Umschreibung der Pfarrgebiete bestand in einer Aufzählung jener Ortschaften, die zu einer Pfarre gehörten. Um das Jahr 1960 wurde begonnen, unter der Leitung einer Geographin die Grenzen kartographisch zu erfassen. Die Karten bilden bis heute die Grundlage für den genauen Umfang der Pfarren.
Über den geographischen Zugang zur jeweiligen Adresse/Gemeinde unter www.doris.at liefert der Dienst eine Link auf die Homepage der Pfarre, ihre Matriken und ein Kartendownload. Alle Informationen können auch über das Handy oder das Tablet abgerufen werden. Insgesamt sind 1.044 PDF´s mit 7,88 GB über die Homepage abrufbar; sowohl die historischen Grenzen aus dem Jahr 1960 also auch die aktuelle Karte aus 2014. Alle PDF´s sind so erstellt, dass Informationen ein- und ausgeblendet werden können. Damit sind etwaige Details im Grenzbereich genauer ersichtlich und können die Ausdrucke je nach persönlichem Wunsch gestaltet werden.
Ein weiteres Highlight des Projektes ist der geographische Zugang zu den digitalen Pfarrmatriken, den sogenannten alten Kirchenbüchern, also Tauf-, Trauungs- und Sterbebüchern. Diese wurden 2010 in einem groß angelegten Projekt im OÖ. Landesarchiv gescannt und vorerst im Lesesaal beziehungsweise über die Plattform "Matricula" zugänglich gemacht. Nunmehr können diese Kirchenbücher auch geographisch im Internet abgerufen werden. Mit einem Klick auf die entsprechende Pfarre stehen sämtliche Pfarrmatriken am PC zu Hause, oder mobil am Tablet oder Smartphone jederzeit zur Verfügung.