
Danke sagen, Wege suchen
In Österreichs Diözesen ist am Sonntag die "Woche für das Leben" eröffnet worden. Mit Gottesdiensten, Spielfesten, Rollstuhlwallfahrten, Luftballonstarts und Bildungsveranstaltungen machen etwa in Salzburg mehr als 100 Pfarrgemeinden auf den Wert des menschlichen Lebens aufmerksam.
Erzbischof Franz Lackner feierte am Sonntag einen Gottesdienst, zu dem rund 800 Kinder mit ihren Eltern, Großeltern und Freunden in den Salzburger Dom kamen. Der Erzbischof lud alle ein, "miteinander Danke für das Leben zu sagen".
Heuer stand der Gottesdienst unter dem Motto "Ich bin der gute Hirte". Der Erzbischof verkündete das entsprechende Evangelium vom Evangelisten Johannes und sprach anschließend mit den Kindern über die Bedeutung des Hirten. "Auch ich möchte für alle Menschen ein guter Hirte sein, damit niemand Angst haben muss", betonte er. Dazu erklärte er die bischöflichen Zeichen wie Mitra, Ring und Bischofsstab.
Die Katholische Jungschar hatte vor dem Dom und im Bischofsgarten Spiele für die Kinder vorbereitet. Den Gottesdienst gestalteten Liedermacher Kurt Mikula und ein Jungscharchor mit den Kindern aus allen Teilen der Erzdiözese mit passenden Liedern. Jedes Kind erhielt vom Erzbischof nach der Feier im Bischofsgarten zur Erinnerung ein kleines Kreuz.
Salzburgs Erzbischof Alois Kothgasser hatte 2004 das "Forum Neues Leben" gegründet. Mitglieder des Forums sind Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft sowie Institutionen, die sich für den Schutz des Lebens stark machen. So wurde eine Notrufnummer für "Schwangere in Not" (0800-300370) eingerichtet und das "Haus für Mutter und Kind" im Kolpinghaus gegründet. Im "Haus für Mutter und Kind" werden Schwangere und Mütter in Not aufgenommen. Seit 2009 gibt es eigene Schulprojekte und die Wanderausstellung "Das Leben begreifen" (Das weitere Programm der "Woche für das Leben" aus den Pfarren: www.wochefuerdasleben.at/SalzburgWFL_Salzburg_Termine.html
Schnuderl: Papst ist gegen Besserwisserei
Der Grazer Diözesanadministrator Heinrich Schnuderl sagte bei einer Messe zum "Tag des Lebens" in der steirischen Landeshautpstadt, dass dieser Tag wenige Monate vor einer Welt-Bischofssynode über "Die Berufung und Sendung der Familien" gefeiert werden. "Das Besondere an dieser Synode ist, dass Papst Franziskus im Voraus eine breite Umfrage über die Situation der Ehen und Familien angeregt hat, an der sich in unserem Land Tausende beteiligt haben. Lange Zeit hindurch hatte man ja den Eindruck oder das Vorurteil, die Kirche sei davon überzeugt, dass sie über diese Wirklichkeit ohnehin alles - und alles besser - wüsste."
Die Fragen des Papstes seien "kein Scheinmanöver, kein 'Tun als ob', sondern kommen aus dem Wissen, dass es die Ehe nur in geschichtlichen Verwirklichungsformen gibt", wie Kardinal Kasper geschrieben habe. "Selbstverständlich ist die Familie als Lernort des Lebens, der Liebe und des Glaubens zu schützen. Wir sollen dabei aber nicht von einem abgehobenen Idealbild ausgehen", so Schnuderl.
Die erste Phase der Synode im vergangenen Herbst habe darum von einem zweifachen Hören gesprochen, "dem Hören auf die Zeichen Gottes und dem Hören auf die Geschichte des Menschen", wie es in der Relatio heiße. "Sehr wichtig ist dabei ein Grundsatz, den Kardinal Schönborn formuliert hat: Bei aller Klarheit des Zieles bedarf es auch der Klugheit des Weges." Und diesen Weg zu suchen, zu finden und zu gehen", sei die Aufgabe aller Gläubigen, sagte der Grazer Administrator.