
"Lebensmittel gehören in den Magen, nicht in Müll"
Zum Nachdenken über die Tonnen an Lebensmittel, die in Österreich jedes Jahr im Müll landen, hat Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitags-Kolumne der Gratiszeitung "Heute" angeregt. "Lebensmittel gehören in den Magen, nicht in den Müll. Hier ist Handlungsbedarf", fand der Wiener Erzbischof klare Worte. Den Weg wiesen Initiativen wie die "Wiener Tafel" oder die Caritas-Aktion "Le+O", die mit Hilfe von hunderten Freiwilligen wöchentlich zehn Tonnen "wertvolle, aber unverkaufte" Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Teigwaren oder Konserven vor dem Wegwerfen bewahren und Bedürftigen zu leistbaren Preisen anbieten.
Positiv bewertete der Kardinal derzeitige Gespräche über eine Lösung, die nun in Frankreich umgesetzt wird. Der Großhandel darf dort seit kurzem unverkaufte Nahrungsmittel nicht mehr wegwerfen. Insbesondere wird es den Händlern im Lebensmittelbereich verboten, ihre unverkaufte Ware für den Konsum ungeeignet zu machen. Ein Umdenken setze ein, lobte Schönborn: "Politik, Wirtschaft und Handel setzen Maßnahmen, um der sinnlosen Verschwendung Einhalt zu gebieten." Wie nötig eine solche Maßnahme sei, zeigten die Tonnen an zum Teil noch originalverpackten Lebensmittel, die immer noch täglich in den Abfall wandern, .
Grazer "VinziMarkt": Eine Tonne Lebensmittel täglich
Einen Positivtrend sehen auch die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg gegeben: Seit elf Jahren holt ihr "VinziMarkt" in Graz Lebensmittel von Geschäften ab, heißt es in einer Aussendung. Partner der ersten Stunde waren die Firma Spar und die Bäckerei Martin Auer, heute könne man bereits alle Händler anfahren, um Waren, die sonst weggeworfen werden, zu übernehmen. Täglich werden somit fast 1.000 Kilogramm Lebensmittel - im Jahr sind es 250 Tonnen - von Mitarbeitern abgeholt, geputzt, sortiert und im "VinziMarkt" zu günstigen Preisen angeboten. Dazu gehören Obst und Gemüse, Gebäck, Brot, Milchprodukte, Käse oder Wurstwaren. Mangelware seien Nudeln, Reis, Haltbarmilch, Waschpulver oder Öl.
Quelle: kathpress