
Österreicher vertrauen dem Papst
Die Österreicher haben Vertrauen in Papst Franziskus: Das ergab eine Telefonumfrage des Sozial- und Politikforschungsinstitutes "SORA". 79 Prozent der 750 Befragten halten das Oberhaupt der katholischen Kirche für "sehr oder ziemlich glaubwürdig", womit er einen absoluten Spitzenwert erzielt. Hingegen halten die katholische Kirche nur drei Prozent für sehr und 21 Prozent für ziemlich glaubwürdig, während dies für 37 Prozent nur wenig und 33 Prozent gar nicht der Fall ist. Im Unternehmens-Ranking - die Umfrage berücksichtigte je 15 Unternehmen, Institutionen und Personen - steht der eigene Stromversorger an der Spitze, bei den Institutionen mit 95 Prozent das "Rote Kreuz".
Glaubwürdig ist für einen Großteil der Befragten jemand dann, wenn "er ehrlich ist, tut, was er sagt, Versprechen hält, offen und transparent ist und wenn bei ihm alles zusammen passt". Bei Papst Franziskus trifft das für 49 Prozent der Befragten "sehr" und für 30 Prozent "ziemlich" zu. Nur 8 Prozent halten den Papst für "wenig" und 7 Prozent für "gar nicht" glaubwürdig. Besonders gepunktet habe Franziskus bei den älteren Teilnehmern. Unterschiede zwischen Männern und Frauen gebe es kaum, so SORA-Geschäftsführer Christoph Hofinger. Die abgefragten Unternehmen, Institutionen und Personen seien nach ihrer Bekanntheit bzw. dominierenden Stellung im derzeitigen öffentlichen Diskurs ausgewählt worden.
Hinter dem Papst auf den Plätzen zwei und drei rangieren die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Österreichs Präsident Heinz Fischer. Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller landet mit 63 Prozent auf Platz vier des "Glaubwürdigkeits-Rankings", wobei die Umfrage allerdings den österreichischen Fußballsieg gegen Russland vom Sonntag noch nicht berücksichtigte. Dietrich Mateschitz besetzt mit 62 Prozent an Glaubwürdigkeits-Stimmen Rang fünf.
Im Politker-Ranking rangiert gleich hinter Heinz Fischer und noch vor der heimischen Politik US-Präsident Barack Obama mit 61 Prozent. ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner sprechen 52 Prozent vollstes Vertrauen aus, Grünen-Chefin Eva Glawischnig 51 Prozent, SPÖ-Chef Werner Faymann 42 Prozent und Mathias Strolz 36 Prozent. Schlusslicht sind FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (34 Prozent) und Wladimir Putin (24 Prozent).
In der Kategorie öffentliche Institutionen liegen das "Rote Kreuz" (95 Prozent) und die Polizei (77 Prozent) mit beeindruckenden Werten vorne. Bei den Interessensvertretungen kann alleine die Arbeiterkammer mit 72 Prozent eine Top-Reihung erzielen (gleichauf mit den Universitäten), während Wirtschaftskammer mit 58 Prozent, der ÖGB mit 48 Prozent und die Industriellenvereinigung mit 41 Prozent deutlich darunter liegen. Von 70 Prozent wird die EU-Kommission als wenig bis gar nicht glaubwürdig bewertet, nur für 3 Prozent beziehungsweise 21 Prozent ist sie sehr oder eher glaubwürdig.
Im Bereich Wirtschaft schneiden Lebensmittel-Handelsketten am besten ab, gefolgt von Infrastrukturunternehmen, während die Banken weit abgeschlagen liegen. Glaubwürdigstes Unternehmen ist für 85 Prozent der Stromversorger des eigenen Haushalts, dicht gefolgt von der Handelskette Hofer mit 81 Prozent. Auf Platz drei und vier folgen mit 77 und 71 Prozent die Lebensmittelkonzerne Spar und Billa. Schlusslichter sind mit 42, 38 und 36 Prozent die Erste Bank, Bank Austria und BAWAG.