
"Mütter sollen Mütter sein können"
Der Katholische Familienverband (kfb) Kärnten kritisiert den von Medien, Politik und Wirtschaft aufgebauten Druck auf Frauen, nach der Geburt eines Kindes schnellst möglich wieder ins Berufsleben zurück zu kehren. Suggeriert werde, "Kinder brauchen ihre Eltern in Wahrheit maximal drei Jahre. So viel ist o.k., dann aber sei es gut, wenn die Profis rankommen und die Muttis wieder ihr Glück in der Erwerbsarbeit finden", kritisierte kfb-Geschäftsführerin Gudrun Kattnig in einem Kommentar in der "Kleinen Zeitung" (Mittwoch). Die Folgen: Belange der Familie und der Elternschaft würden bewusst zunehmend ausgelagert; junge Mütter delegierten bei Schwierigkeiten die Erziehung an sogenannte "Profis" - "Pädagogen wissen ein Lied davon zu singen", so Kattnig.
Das Berufsbild der Hausfrau sei längst gesellschaftlich nur noch befristet anerkannt, "solange die Kinder klein sind". Gleichzeit werde die Erwerbsarbeit, so Kattnig, als "wahres Glück" der Frau hochstilisiert. In den Medien werde nicht mehr die "glückliche Mutter in der Beziehung zu ihren Kindern" transportiert, sondern die Bilder "wunderbarer Betreuungseinrichtungen der Firmen". Die Botschaft laute: "Mutter sein, ist kein Beruf. Frauen, die das anders sehen und ihre Kinder durch ihre ganze Kindheit selbst betreuen möchten, wird gesagt 'Du hast ja die Wahl, die öffentliche Hand zahlt ja die Kinderbetreuung' - und man lässt sie im Regen stehen".
Änderungsbedarf sieht Kattnig auch in der Geldfrage: Für die Erziehungszeiten von Kindern, die vor 2005 geboren wurden, gebe es keinen Cent Pension. Kinder und ihre betreuenden Mütter hätten kein Anrecht auf ein steuerfreies Existenzminimus und Familienleistungen würden dermaßen nachlässig wertangespasst, dass es "zum Schämen" sei.