
Mit Gurkengläsern spenden gegen Hunger
Mit einer "Gurkenglas-Aktion" will die Caritas auch heuer wieder Geld für hungernde Menschen sammeln. Diesjährige Schwerpunktländer sind der Südsudan und Syrien. In der Wiener Mariahilfer Straße fiel am Mittwoch durch Caritas-Präsident Michael Landau der Startschuss zur Aktion in der Erzdiözese Wien. Mitarbeiter der Hilfsorganisation verteilten an Passanten 300 Gurkengläser, die mit Münzen gefüllt und dann in eine Bawag-PSK-Filiale gebracht werden sollen. "Jeder Cent zählt, mit nur sieben Euro ist es möglich, ein Kind einen Monat lang mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen", betonte Landau.
Dass Hilfe im Südsudan dringend nötig ist, belegte die Caritas mit traurigen Fakten: Die Zahl hungernder Menschen habe sich im jüngsten Land der Welt seit Ende 2013 von 900.000 auf 4,5 Millionen verfünffacht. Alleine 250.000 Kinder seien akut vom Hungertod bedroht. 1,5 Millionen Menschen lebten im Land in Flüchtlingslagern unter unzumutbaren Bedingungen, 500.000 seien im Ausland auf der Flucht. Bei einem Besuch vor Ort habe sich ihm ein "bedrückendes Bild" geboten: "Kinder mit vor Hunger aufgequollenen Bäuchen, verfärbten Haaren und total apathisch", erzählte der Caritas-Präsident.
Caritas-präsident Landau
Gleichzeitig gebe es im Land aber Zeichen der Hoffnung, vor allem dort, wo Projekte Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Der Südsudan sei ein fruchtbares Land, "wir müssen den Menschen helfen, es nachhaltig zu bewirtschaften. Mit behutsamen Neuerungen mehr Fruchtbarkeit und höhere Erträge erzielen. Mit dem Aufbau landwirtschaftlicher Genossenschaften den Verkauf auch bei höheren Preisen gewährleisten".
Im Nahen Osten hängt die Versorgung der vielen Syrien-Flüchtlinge am seidenen Faden. Fast 12,5 Millionen Syrer müssten notversorgt werden, berichtete Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer. NGOs und die UN-Flüchtlingshilfe kämpften um die Aufrechterhaltung der Versorgungsprogramme - nur 20 Prozent seien bis jetzt gesichert.
Hungerlose Welt ist "mission possible"
Dabei müsste Hunger nicht sein, so Schweifer. Die Hungerbekämpfung habe bereits sichtbare Erfolge erzielt. Haben in den 1990er Jahren noch 18 Prozent der Weltbevölkerung an Hunger gelitten, seien es heute nur noch zehn Prozent. Die internationale Staatengemeinschaft habe sich zum Ziel gesetzt, die Welt bis 2030 hungerfrei zu machen. Ein Vorhaben, das für Schweifer bei entsprechendem Umsetzungswillen eine "mission possible" ist.
Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer
Partner bei der Aktion ist die Bawag-PSK. Die mit Münzen gefüllten Gläser können in einer der 500 Postfilialen in Österreich abgegeben werden. Dazu verzichtet das Geldinstitut bei Bareinzahlung auf das Caritas-Spendenkonto auf das Einzahlungsentgelt. (Caritas-Spendenkonto IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004, Kennwort: Hungerhilfe; http://www.caritas.at/hunger)