
Ausstellung zeigt "Gesichter der Sonntagsarbeit"
Welche Gesichter Sonntagsarbeit in Wien hat, rückt ab 14. September eine Fotoausstellung der "Allianz für den freien Sonntag Österreich" im ÖGB-Seminar- und Veranstaltungszentrum "Catamaran" ins Bild. Die Fotos zeigen jene Menschen, "die auch am Sonntag arbeiten müssen und zu einem guten Leben für alle beitragen", heißt es auf der Website der Allianz (www.freiersonntag.at).
Die Fotoarbeiten entstanden 2012 im Rahmen eines internationalen Fotoworkshops mit mehr als 20 Teilnehmern aus acht europäischen Ländern. Eröffnet wird die Schau am 14. September um 18 Uhr.
Die Ausstellung soll anregen, über die möglichen gesellschaftlichen Folgen einer Ausweitung der Sonntagsarbeit nachzudenken. Auf dem Spiel stehe der "freie Sonntag im Sinne gemeinsamer freier Zeit, im Sinne von Zeitwohlstand und Lebensqualität", so die Allianz. Die Ausstellung im "Catamaran", Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien, ist bis 9. Oktober von Montag bis Samstag ganztägig geöffnet, der Eintritt frei.
Sonntagsöffnung noch vor Weihnachten möglich?
In Wien gibt es unterdessen konkrete Gespräche über eine Ausweitung der Sonntagsarbeit im Bereich Tourismus und Handel. Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) hat der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) kürzlich einen Entwurf für eine entsprechende Tourismus-Verordnung samt einem entsprechenden Landes-Kollektivvertrag vorgelegt. Als Tourismuszonen sind darin der erste Gemeindebezirk, das Gebiet rund um die untere Mariahilfer Straße und der Bereich Schloss Schönbrunn, Tiergarten und Hietzinger Hauptplatz als gewünscht Tourismuszonen ausgewiesen, berichtete die Tageszeitung "Kurier" am Mittwoch. "Ich hoffe, das wir die Sonntagsöffnung noch vor Weihnachten durchbringen", so der Geschäftsführer der Sparte Handel in der WKW, Klaus Puza, gegenüber dem "Kurier" (Mittwoch).
Die GPA hat bisher zögerlich auf den Entwurf reagiert. "Wir haben einen Vorschlag übermittelt bekommen, wie sich die WKW diese Tourismuszonen vorstellt", so Barbara Teiber, Regional-Geschäftsführerin der GPA Wien, zum "Kurier": "Wir müssen uns den Vorschlag in den nächsten Wochen und Monaten erst ansehen. Wir haben aber keine Eile." Nachsatz: "Wir sind keine Gesprächsverweigerer, aber weiterhin äußerst skeptisch."