
Elbs: Suche nach neuen Quartieren
Die katholische Kirche in Vorarlberg bemüht sich um weitere kirchliche Unterkünfte für Flüchtlinge. Bischof Benno Elbs stehe aktuell u.a. mit 29 Ordensniederlassungen in Kontakt, um gemeinsam mit den Verantwortlichen Nutzungsmöglichkeiten zu erörtern, hieß es am Donnerstag auf "Kathpress"-Anfrage aus der Diözese Feldkirch. Ein kürzlich erfolgter Aufruf unter den Vorarlberger Pfarren habe bisher 42 Grundflächen aufgetan, die sich zur Erstellung von temporärer Wohneinheiten eigneten. Die Angebote müssten nun mit den Verantwortlichen des Landes Vorarlberg erörtert werden, so der Bischof. "Wir wollen den Flüchtlingen geben, was sie brauchen: Sicherheit, Nahrung und Unterkunft, ganz wesentlich brauchen sie vor allem aber auch Zuwendung und das Gefühl des Willkommen-Seins."
Derzeit sind in Vorarlberg nach Landesangaben 2.091 Asylwerber untergebracht. 1.523 von ihnen leben in den 131 Caritas-Quartieren, die die kirchliche Hilfsorganisation in Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg geschaffen hat. Der Großteil der Quartiere sind angemietet, freistehenden Räume gebe es in den 150 Vorarlberger Pfarrhöfen nämlich kaum, schildert der diözesane Flüchtlingskoordinator Gebhard Barbisch auf "Kathpress"-Anfrage. "96 der 150 Pfarrhöfe stehen nicht zur Verfügung, weil diese entweder vermietet oder von Priestern bewohnt sind. Ein weiterer Teil ist auf Grund des baulichen Zustandes nicht mehr benützbar beziehungsweise benötigt mehr oder weniger aufwendige Adaptierungen und Renovierungen." Die Caritas selber besitze in Vorarlberg nur wenige Immobilien.
In den nächsten Monaten sollen nun weitere kirchliche Plätze geschaffen werden. Bereits fixiert wurde die Unterbringung von zwei Familien in einem Pfarrhaus und einer weiteren Wohnung im kirchlichen Besitz. Ein konkretes Beispiel für das Engagement der Pfarren trotz der kaum vorhandenen leerstehenden Räumlichkeiten ist der Pfarrer von Blons, Christoph Müller. Der Benediktinerpater hat seine Wohnung im Pfarrhof für Flüchtlinge frei gemacht und lebt seither in einem im Nachbardorf gelegenen Kloster.
Für die vielen Helfer, die sich in den Vorarlberger Pfarren ehrenamtlich für die in ihrem Pfarrgebiet lebenden Flüchtlinge einsetzen, erarbeitet das Katholische Bildungswerk derzeit eine entsprechende Unterstützung und Ausbildung. Denn die Kirche fungiere nicht nur als Unterkunftgeber, betont der diözesane Flüchtlingskoordinator Barbisch: "Wir wollen für die Asylwerber ein Klima des Willkommen-Seins schaffen. Da geht es nicht nur um Wohnraum, sondern auch um Untersützung im alltäglichen Leben.".
Die Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg funktioniere gut, unterstrich der Flüchtlingskoordinator. Bei der Suche nach Asylwerber-Quartieren kooperiert die Caritas in Vorarlberg auch mit der Polizei. Seit August sammelt die Landespolizeidirektion in Bregenz Unterkunfts-Angebote unter der Telefonnummer 059133/80-0. Die Caritas bearbeitet die einlangenden Meldungen in Zusammenarbeit mit dem Landeshochbauamt weiter und übernimmt die Belegung und Betreuung.