
"Wir brauchen geordneten Zuzug"
Nach Überzeugung des Grazer Bischofs Wilhelm Krautwaschl braucht Österreich einen "geordneten Zuzug". In der Ausgabe des steirischen Monatsmagazins "Leibnitz aktuell" vom 8. September äußerte sich Krautwaschl u.a. zu Migrations- und Asylfragen. Er nehme sehr wach die demografische Entwicklung im Land wahr: "Wir werden in ein paar Jahren keine Leute mehr haben, die beispielsweise Pflegedienste in Krankenhäusern oder Altersheimen wahrnehmen." Dieses Manko könnten Arbeitskräfte aus anderen Ländern beheben, so der Bischof.
Davon zu trennen sei das Thema Asyl. Schutz vor Krieg und Verfolgung zu bieten dürfe nicht infrage gestellt werden und sei von der UNO klar definiert, wies Krautwaschl hin. "Deshalb ist eine Debatte darüber auch nicht zu führen, weil wir uns als Staat den Menschenrechten verpflichtet wissen."
Bei der Begegnung mit fremden Menschen riet der Grazer Bischof, sich "nicht abzuschotten", sondern persönliche Begegnungen zu suchen und "ihnen ins Gesicht zu schauen".
Kirchliche Flüchtlingshilfe in der Steiermark
Die Diözese Graz-Seckau beherbergt derzeit 709 Asylwerber in Pfarrhöfen, Klöstern und anderen kirchlichen Gebäuden (Stand 31. August). Die Betreuung hat im Auftrag des Landes Steiermark die Caritas übernommen. Aktuell werden in vier weiteren kirchlichen Standorten Quartiere für Flüchtlinge gesichert und im vom Stift Admont gekauften leerstehenden Landesschülerheim sollen demnächst rund 70 Flüchtlinge einziehen. Bischof Krautwaschl unterstützt mit einem eigens dafür eingerichteten Fonds das Engagement der Diözese im Flüchtlingsbereich.
Die Zahl der von der Caritas mobil und stationär betreuten Asylwerber in der Grundversorgung stieg seit September 2014 von 3.200 auf derzeit 6.145 Personen. Im Rahmen der mobilen Betreuung berät und informiert die Caritas Asylwerber, bietet Sprachkurse an, ist Ansprechpartner in Konfliktsituationen und kümmert sich um die Abwicklung diverser Grundsicherungsleistungen.