
Beschluss zu Flüchtlingsverteilung wichtiges Signal
Positiv bewertet die Caritas Österreich den jüngsten Beschluss der EU-Innenminister, 120.000 bereits in der EU befindliche Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten zu verteilen. Der Vorstoß sei ein "wichtiges, erstes Signal", erklärte Caritas-Präsident Michael Landau am Mittwoch in einer Aussendung. Der Schritt gebe "Hoffnung, dass Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden nach wie vor zentrale Eckpfeiler der Staatengemeinschaft sind". Vom für Mittwoch angesetzten EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs erwartet sich Landau nun "Verbindlichkeit und eine langfristige Strategie, vor allem für das Dublin-Abkommen sowie die Verfahrensstandards".
Mehrere Hunderttausend ankommende Flüchtlinge seien bis Jahresende noch in Europa zu erwarten, so der Caritas-Präsident. Wenngleich es einzelne Staaten nicht schaffen würden, den Verpflichtungen der Genfer Flüchtlingskonvention nachzukommen, sei diese Aufgabe mit gemeinsamer Anstrengung erfüllbar. Weiterhin seien die Politiker deshalb gefordert, Asylsuchende nach den in der EU vereinbarten Standards zu versorgen. Notwendig sei eine "solidarische EU", die sich als Wertegemeinschaft sehe und keine "halbherzige Lösungen auf politischer Ebene" suche.
Der Caritas-Präsident sprach sich für ein "menschliches Europa ohne Grenzen" aus, denn: "Ein eingezäuntes Europa schützt nicht vor Schutz suchenden Menschen, sondern trennt Bürgerinnen und Bürger von Mitmenschlichkeit und Solidarität." Dass es in Europa viel an Nächstenliebe und freiwilligem Engagement für Flüchtlinge gebe, zeige die Bevölkerung vieler Staaten derzeit vor.
Österreich solle in Europa eine Vorreiterrolle in der bilateralen und multilateralen Hilfe für die Krisenregionen sowie die Flüchtlings-Transitländer einnehmen, forderte Landau. Schließlich seien Perspektivenlosigkeit und fehlende Unterstützung in der Heimat der Hauptgrund für die Flüchtlinge, um Richtung Europa aufzubrechen. Möglich sei dies nur durch zusätzliche Mittel für die Auslandshilfe. In der Flüchtlingsunterbringung sollten angesichts des nahenden Winters noch vorhandene Zelte rasch durch winterfeste Quartiere ersetzt werden, so der Caritas-Präsident: "Die Gemeinden, denen hier eine Schlüsselfunktion zukommt, brauchen mehr Unterstützung."
Quelle: kathpress