
Franziskus in Washington von US-Präsident Obama empfangen
Papst Franziskus hat seine sechstägige USA-Reise begonnen. Am späten Dienstagabend mitteleuropäischer Zeit landete er auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews nahe der US-Hauptstadt Washington. Dort empfing US-Präsident Barack Obama gemeinsam mit First Lady Michelle Obama und den beiden Töchtern den Papst. Das Ehepaar Obama und Franziskus unterhielten sich einige Minuten in entspannter Atmosphäre. Die persönliche Begrüßung ist protokollarisch eine hohe Ehre.
Ebenfalls anwesend waren Vizepräsident Joe Biden mit seiner Familie sowie die Bürgermeisterin von Washington Muriel Bowser. Von kirchlicher Seite hießen der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz Erzbischof Joseph Kurtz und Washingtons Kardinal Donald Wuerl den Papst willkommen. Rund 300 Schüler bereiteten Franziskus bei seiner Landung einen begeisterten Empfang und begrüßten ihn mit "Hey, Hey Francis is on his way"-Sprechchören.
Anschließend begab sich Franziskus zu einem privaten Abendessen in die Apostolische Nuntiatur in Washington. Für die rund 26 Kilometer lange Strecke nutzte er statt der für Staatsgäste üblichen Limousine einen kleinen schwarzen Fiat.
Nach seinem viertägigen Besuch auf Kuba sind die USA die zweite Station der bisher längsten Auslandsreise von Franziskus.
Die offizielle Begrüßungszeremonie in den Vereinigten Staaten findet am Mittwochvormittag (15.15 Uhr österreichischer Zeit) im Weißen Haus mit rund 20.000 Gästen statt. Am Nachmittag steht die Heiligsprechung des Franziskaner-Missionars Junipero Serra (1713-1784) auf dem Programm. Die Aufnahme des aus Mallorca stammenden Ordensmanns in das katholische Verzeichnis der Heiligen gilt als Bestärkung der spanischsprachigen Christen, die rund ein Drittel der katholischen Gläubigen in den USA ausmachen.
Am Donnerstag will Franziskus als erster Papst vor dem US-Kongress in Washington sprechen. Anschließend besucht er ein Sozialzentrum und trifft mit Obdachlosen zusammen, bevor er nach New York weiterreist.
Dort ist als weiterer Höhepunkt der Reise am Freitag eine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York sowie der Besuch der Gedenkstätte "Ground Zero" vorgesehen. Am gleichen Tag will Franziskus eine katholische Schule in New York besuchen und mit Kindern und Migrantenfamilien zusammentreffen. Für den Abend ist eine große Messe im Madison Square Garden geplant.
Offizieller Anlass der insgesamt neuntägigen Reise ist der Besuch des achten katholischen Weltfamilientags am Wochenende in Philadelphia. Die Großveranstaltung geht auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. zurück und findet seit 1994 alle drei Jahre statt. Zu dem Abschlussgottesdienst mit Franziskus am Sonntag erwarten die Veranstalter mehr als eine Million Teilnehmer.
Quelle: kathpress