
"Wie Abraham in unsicherer Zeit Ruf folgen"
Große Sendungsfeiern für kirchliche Glaubensverkünder haben am Samstag die Diözesanbischöfe Wilhelm Krautwaschl (Graz) und Ägydius Zsifkovics (Eisenstadt) geleitet. Bischof Krautwaschl nahm dabei in seiner Ansprache zur Sendung von Pastoralassistenten im Grazer Dom auch auf spürbare "fundamentale Verunsicherungen" der Menschen in Europa Stellung.
So bringe etwa eine große Wanderungsbewegung "Flüchtlinge aus Kriegs- und anderen Notgebieten dieser Erde direkt vor unsere Haustür", und "die eine Welt wird uns so immer deutlicher vor Augen" geführt - "wir leben in ihr und können uns daher nicht nur die Gustostückerln herauspicken", sagte der Bischof von Graz-Seckau.
Pastoralassistenten müssten "Sicherheiten aufgeben, um sich ganz auf Gott einzulassen", so Krautwaschl. Der Ruf und die Sendung erfolge "in Zeiten, die alles andere als sicher" seien; "diese Erfahrung ist ähnlich wie die, die Abraham erlebt hat, der Stammvater unseres Glaubens".
Heute müsse neben der Flüchtlingswelle die Unsicherheit der Familie erwähnt werden. "Die traditionelle Formen des Zusammenlebens, die Jahrhunderte herauf gleichsam als sicher galten, werden ergänzt durch Mosaiksteinchen, die Begriffe wie 'Familie', 'Ehe' in Frage stellen - was davon ist unverzichtbar, was veränderbar? Debatten werden vom Zaun gebrochen und medial teilweise ausgebreitet, sodass sich der eine oder die Andere berechtigter Weise fragen könnte: Was zählt denn jetzt wirklich?"
Angesichts all dessen, was sich an Unsicherheiten in der Gesellschaft, an Herausforderungen und mitunter auch scheinbar Unbewältigbarem vor einem Menschen im kirchlichen Dienst ausbreite, "könnte einem Angst und bang werden", sagte der Bischof: "Wenn wir uns aber immer wieder neu auf Gott ausrichten, dann haben wir angesichts all dessen, was sich bewegt und verunsichert, jenen Punkt für uns und unser Leben im Blick, der uns Halt gibt."
Bischof Ägydius Zsifkovics leitete am Samstag in Stift Heiligenkreuz (NÖ) die Sendungsfeier von Absolventen des "Lehrganges zur Ausbildung von Katechisten" (LAK). Die 48 neuen ehrenamtlichen Katechisten kommen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Seit dem Jahr 2000 bietet das "Werk St. Justinus" in Kooperation mit der Hochschule Heiligenkreuz einen 4 Semester dauernden Fernkurs (LAK) an, der das besondere Ziel hat, ehrenamtliche Katechisten auszubilden, die insbesondere fremdsprachige Taufbewerber auf die Taufe vorbereiten können. Der LAK-Fernkurs führt systematisch in vierzehn wichtige Fachgebiete der Theologie ein. Er steht - unabhängig von Alter, Beruf oder Stand - allen Katholiken offen, denen die Vertiefung und Weitergabe des katholischen Glaubens ein Anliegen ist. Der Lehrgang erfolgt nach Richtlinien, die von der Österreichischen Bischofskonferenz approbiert wurden, und schließt mit der kirchlichen Sendung zum Katechisten. Bischöflicher Protektor ist der Erzbischof von Wien.
Die neuen PastoralassistentInnen vorgestellt: "Ein Segen sollst du sein"
Quelle: kathpress