
Kirche kann vom Fußballteam lernen
Die katholische Kirche kann bei ihrem erforderlichen Umbau vom Fußball und näherhin vom erfolgreichen Nationalteam lernen: Diese These stellte der Grazer Theologe und Gründer der Initiative "Pastoralinnovation" in seinem jüngsten Blogeintrag auf www.katholisch.at auf. Er erinnerte an das "Loch", in das das ÖFB-Team nach dem historischen Erfolg von Cordoba 1978 gegen den damaligen Noch-Weltmeister Deutschland fiel, und sieht hier Parallelen zur aktuellen Kirchensituation: "Mangelnde Attraktivität und Relevanz sind die Hauptfaktoren, warum unter der Prämisse der Freiheit und des Marktes immer mehr Menschen für sich entscheiden: Kirche brauch ich nicht!"
Wie die österreichische Fußballnationalmannschaft in der Ära Koller brauche die Kirche eine konsequent verfolgte "schlüssige Strategie" auf die Herausforderungen der Moderne, erklärte Plank. Im deutschsprachigen Raum vermisse er diese trotz oft anderslautender Appelle, Absichtserklärungen und Papiere. Es gebe vielmehr Veränderungsprozesse, die gerade nicht auf eine neue Attraktivität der Kirchen und größere Relevanz ihrer Botschaft in der Welt von heute ausgerichtet seien. Plank: "Der geforderte Umbau ist oft de facto ein Rückbau."
Der Theologe und Organisationsentwickler forderte den aus dem Sport bekannten "Willen, besser zu werden", auch für die Kirche. Erfolgreiches Umbauen verlange auch die Bereitschaft, von Besseren zu lernen. "Trotz massiver Widerstände, weit verbreitetem Kleinglauben und häufigen Rückschlägen" solle man sich nicht beirren lassen, einen als richtig erkannten Weg einzuschlagen.
Plank berief sich bei seinem Appell auf den "Völkerapostel" Paulus, der in seinen Briefen mehrmals Sportvokabular verwendete: Lauft "nicht ziellos", sondern so, dass ihr "den Siegespreis gewinnt", zitierte Plank aus dem ersten Korintherbrief.
Georg Plank war viele Jahre lang Kommunikations-Chef der Diözese Graz-Seckau, ehe er sich als Gründer des Projekts "Pastoralinnovation" selbstständig machte und seither kirchlichen Organisationen und Verantwortungsträgern Know-how, Fortbildung und Begleitung bietet beim Versuch, neue pastorale Wege einzuschlagen.
Quelle: kathpress