
Erfahrung der Liebe Gottes weitergeben
Im Zeichen des "Weltmissions-Sonntags" und der traditionellen Kirchensammlung der Päpstlichen Missionswerke ("Missio") zur Sicherung der nötigsten Mittel für die pastoralen und sozialen Aufgaben der weltweit 1.100 ärmsten Diözesen standen am Wochenende die Gottesdienste in vielen österreichischen Pfarrgemeinden. Im Rahmen der größte Solidaritätsaktion der Welt wird auf allen Kontinenten jährlich an einem der beiden letzten Oktober-Wochenenden in den Pfarrkirchen für Menschen in Entwicklungsländern gebetet und gesammelt.
Österreichs Diözesanbischöfe veröffentlichten im Vorfeld des "Weltmissions-Sonntags" ein gemeinsames Hirtenwort. Darin verwiesen sie darauf, dass die Verkündigung des Evangeliums und der Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten in der Welt untrennbar zusammengehören.
"Priester, Ordensleute und christliche Laien gehen in die Slums und zu den Müllhalden, sind den Menschen nahe und geben ihnen die Erfahrung, von Gott geliebt zu sein. Die Kirche betreibt mobile Schulen und gibt Straßenkindern ein Zuhause", zitierte etwa der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl bei einer Messe am Samstagabend im Grazer Dom aus dem Hirtenwort. Katholiken dürften das "Geschenk" ihres Glaubens nicht bloß "ängstlich hüten", sondern sollten vielmehr möglichst viele daran teilhaben lassen, fügte der Bischof hinzu. "Unsere 'mission' ist nicht, bei uns selbst stehen zu bleiben. (...) Unsere Sendung ist es, den Glauben mit anderen zu teilen, denn solches Teilen stiftet Leben."
Bunte Weltkirche
Im Wiener Stephansdom wurde der "Weltmissions-Sonntag" (auch "Sonntag der Weltkirche") zusammen mit zahlreichen Katholiken aus den in Wien vertretenen anderssprachigen asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Gemeinden gefeiert. "Die Weltkirche ist eine Kirche aus vielen Völkern, Sprachen und Nationen, erinnerte Weihbischof Franz Scharl bei dem Gottesdienst am Sonntagvormittag. "Gemeinsam feiern und zusammenleben ist eine Kunst. Die Kirche versucht das seit 2.000 Jahren", sagte Scharl.
"Missio"-Nationaldirektor P. Leo Maasburg gab in seiner Predigt im Stephansdom einen Einblick in die Nöte der Menschen auf den Philippinen, dem Beispielland der heurigen "Missio"-Sammlung. Von mehr als 100 Millionen Einwohnern in dem größten katholischen Land Asiens leben 24 Millionen unter der Armutsgrenze. Maasburg hob Menschen- und Organhandel sowie die moderne Arbeitssklaverei als die größten Nöte, von denen besonders junge Frauen betroffen seien, hervor. "Öffnen wir die Herzen für die Menschen an den Peripherien der Welt", appellierte der österreichische "Missio"-Nationaldirektor.
(Spendenkonto PSK: Missio Päpstliche Missionswerke, IBAN: AT96 6000 0000 0701 5500; Online-Spenden und Informationen unter www.missio.at/wms)
Quelle: kathpress