
Forderung: gerechtes Klimaschutzabkommen
Spitzenvertreter der katholischen Kirche aller Kontinente haben ein "gerechtes und verbindliches Klimaschutzabkommen" von der im Dezember in Paris tagenden Weltklima-Konferenz gefordert. In einem am Montag im Vatikan vorgestellten Appell rufen sie dazu auf, den weltweiten Temperaturanstieg "strikt" zu begrenzen und bis 2050 die Umstellung auf eine Kohlendioxid-neutrale Wirtschaft festzuschreiben. In dem zehn Punkte umfassenden Text mahnen sie zudem eine stärkere Berücksichtigung armer Länder in der Klimaschutzpolitik an. Weiter fordern die Kardinäle und Bischöfe einen vollständigen Verzicht auf fossile Brennstoffe und die Entwicklung "klimakompatibler Lebensstile".
Es handele sich um eine "historische Mission", sagte Kardinal Oswald Gracias, der Vorsitzende des Zusammenschlusses der asiatischen Bischofskonferenzen, am Montag im Vatikan. Zum ersten Mal überhaupt hätten die Vorsitzenden der kontinentalen Zusammenschlüsse der Bischofskonferenzen einen gemeinsamen Appell verabschiedet, so der Erzbischof von Mumbai.
Vorgestellt wurde der Appell neben Gracias von den Vorsitzenden der Zusammenschlüsse der Bischofskonferenzen Lateinamerikas und Ozeaniens sowie dem Vize-Vorsitzenden der EU-Bischofskommission COMECE. Organisator der Initiative war der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden. Papst Franziskus hatte in seiner im Juni veröffentlichten Umwelt-Enzyklika "Laudato si" zum Klimaschutz aufgerufen.
Der UN-Klimagipfel tritt vom 30. November bis 11. Dezember in Paris zusammen. Staats- und Regierungschefs sollen ein neues Klimaabkommen verabschieden, das an die Stelle des sogenannten Kyoto-Abkommens von 1997 treten soll. Angestrebt wird, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau zu Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts zu begrenzen.
Quelle: kathpress