
Nachfrage nach internationalen Freiwilligeneinsätzen steigt
Die Nachfrage nach internationalen Freiwilligeneinsätzen bei jungen Menschen in Österreich steigt beständig an. Das hat die Organisation "Volontariat bewegt" am Donnerstag in einer Aussendung mitgeteilt. "Volontariat bewegt" ist eine gemeinsame Initiative von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos, über die in den vergangenen 20 Jahren bereits 500 junge Österreicher einen Auslandseinsatz absolviert haben. Die Jugendlichen haben sich in Hilfsprojekten der Don Bosco Schwestern und Salesianer Don Boscos in Afrika, Asien und Lateinamerika engagiert.
Bei einem Festakt im Don Bosco Haus am Mittwoch erinnerte Pater Petrus Obermüller, Provinzial der Salesianer Don Boscos, an die Geburtsstunde des Volontariats: "Vor 20 Jahren hat es klein angefangen - eine Gruppe von fünf Personen ist nach Ecuador aufgebrochen, um in einem Straßenkinderprojekt der Salesianer mitzuarbeiten." Die beiden ersten Zivilersatzdiener wurden 1997 entsendet.
In den Folgejahren war das Volontariatsprogramm bei Jugend Eine Welt beheimatet, bis es 2013 an den neu gegründeten Verein "Volontariat bewegt" übertragen wurde. Insgesamt waren bisher 209 Zivilersatzdiener sowie 281 Freiwillige in Don Bosco Hilfsprojekten im Einsatz. Obermüller: "Dabei ist ein Vorteil, dass wir auf das weltweite Netz der Salesianer und Don Bosco Schwestern zurückgreifen können. Wir sind mit fast 30.000 Ordensleuten in 132 Ländern vor Ort und können die jungen Leute nicht nur beherbergen und ihnen die Möglichkeit bieten, mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, sondern wir können sie auch aktiv bei ihrem Einsatz begleiten."
Reinhard Heiserer, Vorsitzender von Jugend Eine Welt, ging auf aktuelle Entwicklungen ein: "Es braucht faire Rahmenbedingungen, damit junge Menschen aus ihrem österreichischem 'Wohlfühleck' herauskommen und sich auf einen herausfordernden Auslandseinsatz einlassen." Deshalb sei es erfreulich, dass das Freiwilligengesetz novelliert werden soll und Auslandsvolontäre den Anspruch auf Familienbeihilfe nicht verlieren. Das sei vor allem für nicht begüterte Familien wichtig, stellte Heiserer fest.
Eine der zentralen Herausforderungen, der sich Volontariatsprogramme gegenüber sehen, ist die Sicherung qualitätsvoller Vorbereitung, Einsatzbegleitung und Nachbetreuung bei ständig steigenden Kosten. "Auf einen einjährigen Einsatz in einer völlig anderen Lebensrealität kann man sich nicht in einem 3-Tages-Crashkurs vorbereiten", betonte Johannes Ruppacher, Geschäftsführer von "Volontariat bewegt". Umso wichtiger und dankenswerter sei die finanzielle Unterstützung durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit.
Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, bekräftigte in diesem Zusammenhang: "Es ist uns ein besonderes Anliegen, Menschen in Österreich zu motivieren, sich aktiv mit Entwicklung auseinanderzusetzen." Er verwies auf die neue Initiative "MITMACHEN! Österreich weltweit engagiert", die einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten von Volontariatseinsätzen aufzeigt.
(Infos: www.volontariat.at bzw. www.entwicklung.at/mitmachen)
Quelle: kathpress