
Synode hält Türen offen und hinterlässt keine Verlierer
Als eine "Schatztruhe" hat Bischof Benno Elbs die am Sonntag zu Ende gegangene Familiensynode bezeichnet. Die Bischofsversammlung im Vatikan, an der der Bischof von Feldkirch teilnahm, habe abseits der medial fokussierten Themen des Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen und homosexuellen Partnerschaften zahlreiche "Edelsteine" hervorgebracht. Gewinner und Verlierer habe es nicht gegeben. "Die Synode hat es geschafft, in einer intensiven und breiten Diskussion gemeinsam und mit großen Mehrheiten den Weg weiter zu gehen, Türen offen zu halten", so Elbs in seinem Rückblick für österreichische Kirchenzeitungen (Printausgaben 1. November).
Elbs war bei der Synode Delegierter der Österreichischen Bischofskonferenz. Er nahm an den Beratungen des von Kardinal Schönborn geleiteten deutschen Sprachzirkels teil. Wesentliche Textformulierungen des "Circulus Germanicus" gingen auch in das Schlussdokument ein.
Der Feldkircher Bischof lobte besonders den "pastoralen Grundton" in allen Fragen der Synode. Statt der Erfüllung des Gesetzes sei die Begleitung der Menschen und die Beurteilung von Lebenssituationen nach dem Evangelium und dessen Grundsatz der Barmherzigkeit und Wahrheit ins Zentrum gestellt worden. Es gehe um Inklusion, "besonders dann, wenn das Leben brüchig ist, wenn es scheitert, wenn es Not und Krankheit gibt, wenn Flucht die Menschen in die Ferne treibt, wenn Krieg die Mütter um ihre Kinder weinen lässt". Der Papst selbst habe dafür die Richtung vorgegeben, als er forderte, "dass wir vor dem heiligen Boden des anderen die Schuhe ausziehen müssen".
Die Synode habe laut Elbs auch die Rolle des Gewissens gestärkt und die Existenz von "Wachstumsstufen auf einem geistlichen und menschlichen Weg" festgestellt. Damit anerkenne die Kirche bereits erreichte Schritte und folge dem theologischen Konzept der "Gradualität".
Auch die Unterstreichung der Rolle der Ortsbischöfe für die Unterscheidung und Begleitung hielt der Feldkircher Bischof für wichtig: Inkulturation sei nötig, könne doch das, was für einen Ort selbstverständlich sei, in den Ohren eines anderen vielleicht unerträglich und verletzlich klingen.
Die Familie sei von den Bischöfen als "das entscheidende Netzwerk für die Zukunft der Welten, der Gesellschaften auf dieser Erde" dargestellt worden. Besonders in Krisen sei die Familie "der Ort, wo Menschen getragen sind, wo sie aufgerichtet werden, wo sie weitergehen können", so der Bischof, und weiter: "Die Familie ist die Zukunft unserer Welt."
Quelle: kathpress