
Festjahr zum 800-jährigen Bestehen
Der Dominikanerorden beginnt am 7. November sein weltweites Festjahr zum 800. Gründungstag. Es dauert bis 21. Jänner 2017 und endet mit einem Gottesdienst in der Lateranbasilika in Rom. Als Stichtag und Anlass der Feiern haben die Dominikaner nicht die eigentliche Gründung im südfranzösischen Toulouse im April 1215 gewählt, sondern die päpstliche Bestätigung der Ordensregel durch Honorius III. im Dezember 1216. Der 7. November wird von den Dominikanern als Allerheiligen des Ordens begangen, im Gedenken an die verstorbenen Mitglieder und Dominikanerinnen und Dominikaner, die als Heilige verehrt werden. Der zentrale römische Gottesdienst zur Eröffnung des Ordensjubiläums wird von Dominikaner-Ordensmeister (Magister Ordinis) P. Bruno Cadoré in der Basilika Santa Sabina gefeiert.
In den Tagen rund um den 28. Jänner feiert der Orden seinen überragenden Theologen, den heiligen Thomas von Aquin (um 1225-1274). Das Festjahr umfasst weltweit zahlreiche Gottesdienste, Ausstellungen, Vortrags- und Predigtreihen, wissenschaftliche Tagungen, Konzerte und eine Wallfahrt.
Höhepunkt des Festjahres in Österreich und Deutschland ist am ersten Juni-Wochenende 2016 (3. bis 5. Juni) die Jubiläumsfeier der Dominikanischen Familie in beiden Ländern mit Festakt, Straßenfest, Open-Air-Konzert und Festhochamt mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Ebenfalls im Juni soll in der Katholischen Hochschulgemeinde Mainz ein "Preacher Slam" stattfinden. Vom 16. bis 4. August 2016 hält der weltweite Orden sein Generalkapitel in Bologna.
Der Dominikanerorden gehört zu den wichtigsten Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche. Er ist benannt nach seinem Gründer, dem heiligen Dominikus von Caleruega (1170-1221) aus Spanien. Das Ordenskürzel OP steht für "Orden der Predigerbrüder" und beschreibt den Gründungsauftrag aus dem frühen 13. Jahrhundert: in glaubwürdiger evangelischer Armut den christlichen Glauben gegen die Irrlehren der Zeit zu verkünden.
Weltweit leben heute rund 5.500 Dominikaner in 82 Ländern, davon knapp die Hälfte in Europa. Dazu kommen mehr als 2.500 Ordensfrauen in Klausur ("Zweiter Orden") sowie geschätzt rund 24.000 Angehörige von Schwesterngemeinschaften ("Dritter Orden"), die auch in Caritas, Bildung und Erziehung, Pflege oder Mission tätig sind, sowie rund 120.000 Männer und Frauen in dominikanischen Laiengemeinschaften. An der Spitze des Gesamtordens steht der auf neun Jahre gewählte und in Rom ansässige Ordensmeister, derzeit der Franzose Bruno Cadoré (61).
In Deutschland und Österreich und Österreich gibt es rund 150 Dominikaner an 14 Standorten. Die "Provinz Teutonia" im Norden hat ihr Provinzialat in Köln. Die "süddeutsch-österreichische Provinz" hat Niederlassungen in Augsburg, Freiburg, München, Wien und Retz. In Österreich wirken rund 20 Dominikaner. Prominentestes aktuelles Ordensmitglied ist der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn.
Quelle: kathpress