
Grazer Caritas: Spenden gegen Energiearmut
Mindestens 230.000 Personen in Österreich können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten. Die Caritas richtet zu Winterbeginn den Fokus darauf - und sammelt dazu in Graz, wo 10.000 Menschen betroffen sind, unter dem Motto "ENERGIEgegenARMUT" Spenden für diese Gruppe. Energie Graz verdoppelt jeden Euro, der im Rahmen dieser Initiative gesammelt wird. "Einen wärmenden Platz zu haben, ist ein fundamentales menschliches Bedürfnis. Wem diese Wärme fehlt, fehlt eine Schicht um das Selbst", rief Caritas-Direktor Franz Küberl zur Teilnahme auf.
Ziel des Projekts, an dem auch die Stadt beteiligt ist, ist außer Soforthilfe auch die nachhaltige Senkung der Energiekosten betroffener Haushalte, betonte Energie Graz-Geschäftsführer Werner Ressi. Mit dem Geld werden deshalb nicht nur Heizkosten für den Winter übernommen, sondern u.a. auch energiesparende Haushaltsgeräte finanziert. Vizebürgermeisterin Martina Schröck freut sich über die Zusammenarbeit. "Da sich der Handlungsspielraum von Energiearmut betroffener Haushalte oft als schwierig herausstellt, sind innovative Ideen gefragt."
Bereits im Vorfeld hatte Caritas Österreich-Präsident Michael Landau die Bereiche Wohnen und Energie als "zwei Schlüsselthemen, wenn es um Armut und steigenden Druck an den Rändern der Gesellschaft geht" bezeichnet. Außer einer Lichtung undurchsichtiger Zu- und Abschläge beim Mietrecht, Zweckwidmung bei der Wohnbauförderungsmittel und flächendeckender Delogierungsprävention sei für sozial benachteiligte Haushalte zur Sicherung der Wärmelieferung auch ein Abschaltverbot im Winter nötig. Landau forderte zudem einen Energieeffizienz-Fonds zur Unterstützung armutsbetroffener Haushalte, etwa zum Austausch alter, stromintensiver Geräte.
(Information: Spenden unter www.energiegegenarmut.at oder unter der Spenden-Hotline 0316/80 75-18 57)
Quelle: kathpress