
Immer mehr nichtkatholische Schüler in Vorarlberg
Dass in Vorarlberg die religiöse Vielfalt zu- und der Anteil katholischer Schüler abnimmt, kann man "als Problem sehen, aber auch als Herausforderung und gestaltbares Lernfeld". Das sagte der Schulamtsdirektor der Diözese Feldkirch, Theodor Lang, am Dienstag in einem ORF-Interview für "Vorarlberg heute". Wenn sich etwa aufgrund mangelnder Katholiken in einer Schulklasse zwei Wochenstunden Religionsunterricht nicht mehr ausgehen, schaffe dies für Direktoren "Stolpersteine" in der Stundenplangestaltung.
Schulen und Religionslehrer würden engagiert nach neuen Wegen suchen, "die multireligiöse Situation zu bewältigen". In Österreich gebe es dafür Möglichkeiten durch dialogischen Unterricht wie den "Konfessionell kooperativen Religionsunterricht (KOKORU)", bei dem sich Religionslehrer verschiedener christlicher Religionen abwechseln, oder durch den Ethikunterricht, wies Lang hin. Vorbereitende Gespräche zum "KOKORU" seien mit Vorarlberger Schulen sowie auch mit den Kirchen im Gange.
Aus dem ORF-Bericht geht hervor, dass die katholischen Religions-Klassen in den Vorarlberger Volksschulen immer kleiner werden. Der Katholiken-Anteil habe sich in den vergangenen Jahren auf zwei Drittel verringert, jener der islamischen Schüler auf 21 Prozent erhöht. Vor allem die städtischen Schulen in Vorarlberg seien inzwischen bereits zu "Multi-Kulti-Schulen" geworden, etwa die Volksschule Bregenz-Schendlingen, die laut ORF-Recherchen Schüler mit 20 Muttersprachen und acht religiösen Bekenntnissen besuchen. Keine Klasse erreiche dort die für zwei Wochenstunden Religionsunterricht erforderliche Zahl von zehn katholischen Kindern. Man versuche aber, durch Klassenzusammenlegungen doch noch die nötige Schülerzahl zu erreichen, weil man den Religionsunterricht für wichtig erachte, sagte Direktor Bruno Jagg.
Ähnlich die Situation an der Volksschule Markt in Dornbirn, wo es gleich viele katholische und islamische Schüler gebe. Hier wird in den meisten Klassen nur noch eine Stunde Religionsunterricht abgehalten.
Laut Religionslehrerin Astrid Tschapeller sind viele Kinder in der Schule zum ersten Mal mit christlichen Inhalten konfrontiert. Zwei Stunden Religionsunterricht wären angesichts dessen besser als nur eine.
Quelle: kathpress