"Entmenschlichung" der Wirtschaft
Eine mit dem "Wendejahr" 1989 einsetzende "Tendenz zur Entmenschlichung der Wirtschaft" hat der Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck beklagt. Er sei zwar "heilfroh", dass der sogenannte Reale Sozialismus samt seiner Unterversorgung und Unfreiheit für die Menschen "in sich selbst zusammengebrochen ist". Aber, so der frühere Konzernmanager in der Mittwochausgabe der Tageszeitung "Die Presse", der Westen sei daraufhin der "Fehldiagnose" aufgesessen, dass damit der Kapitalismus gesiegt habe. "Das ist vollkommen falsch. Es hat überhaupt niemand gesiegt", so Henckel-Donnersmarck.
Mit dem Fall des Kommunismus seien in vielen Ländern "die Weichen auf radikal kapitalistisch gestellt" worden. Ergebnisse seien die Finanzkrise seit 2007 und auch die derzeitige VW-Krise. Die Mitarbeiter des Autokonzerns haben nach Einschätzung des Zisterzienser-Altabtes unter einem "ungeheuerlichen Kostendruck" gestanden, dem mit legalen Mitteln nicht zu widerstehen war. "Profit um seiner selbst Willen führt in die Katastrophe", sagte Henckel-Donnersmarck.
Er blickte in dem Interview noch weiter in die Geschichte zurück. "Ich habe das Gefühl, dass der Schock des Jahres 1945 für einen Großteil der Menschen in Europa auch ein prinzipielles Nachdenken über die Frage mit sich gebracht hat: Was ist die Wirtschaft, und wem dient sie?" Frucht dieses Nachdenkens sei die Soziale Marktwirtschaft, bei der ausgehend von der katholischen Soziallehre der Markt und soziale Verpflichtungen zum Wohl aller verbunden wurden. Dies sei heute ins Hintertreffen geraten, so Henckel-Donnersmarck.
Ärgernis Managergehälter
In Österreich gebe es zwar keine extrem kapitalistische Situation, manches sei im Gegenteil sogar noch zu sehr reguliert. "Trotzdem sind wir Teil eines Weltwirtschaftssystems", wies der Ordensmann hin, der nach einem Wirtschaftsstudium später beim Logistikkonzern Schenker in leitender Position tätig war. Als Beispiel für eine weltweit negative Entwicklung nannte Henckel-Donnersmarck die Managergehälter in Deutschland oder den USA. Seien in den 1960er-Jahren die Spitzengehälter noch rund 30 Mal höher als die Durchschnittsgehälter gewesen, so verdienen Manager inzwischen das 240-fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters. "Das ist also völlig aus dem Ruder gelaufen", kritisierte der Altabt.
Solche Gehälter nach dem Marktwert seien "ein ganz katastrophales Zeichen für die Vermarktung des Menschen". Denn werde der Marktwert eines Menschen konsequent zu Ende gedacht, "dann kämen wir am anderen Ende der Gehaltspyramide zu einer Entsorgungsgebühr". Der Mensch dürfe niemals Objekt des Marktes sein, hielt Henckel-Donnersmarck dem entgegen. "Auch der Markt muss dienen, Geld muss dienen."
Mit dem Fall des Kommunismus seien in vielen Ländern "die Weichen auf radikal kapitalistisch gestellt" worden. Ergebnisse seien die Finanzkrise seit 2007 und auch die derzeitige VW-Krise. Die Mitarbeiter des Autokonzerns haben nach Einschätzung des Zisterzienser-Altabtes unter einem "ungeheuerlichen Kostendruck" gestanden, dem mit legalen Mitteln nicht zu widerstehen war. "Profit um seiner selbst Willen führt in die Katastrophe", sagte Henckel-Donnersmarck.
Er blickte in dem Interview noch weiter in die Geschichte zurück. "Ich habe das Gefühl, dass der Schock des Jahres 1945 für einen Großteil der Menschen in Europa auch ein prinzipielles Nachdenken über die Frage mit sich gebracht hat: Was ist die Wirtschaft, und wem dient sie?" Frucht dieses Nachdenkens sei die Soziale Marktwirtschaft, bei der ausgehend von der katholischen Soziallehre der Markt und soziale Verpflichtungen zum Wohl aller verbunden wurden. Dies sei heute ins Hintertreffen geraten, so Henckel-Donnersmarck.
Ärgernis Managergehälter
In Österreich gebe es zwar keine extrem kapitalistische Situation, manches sei im Gegenteil sogar noch zu sehr reguliert. "Trotzdem sind wir Teil eines Weltwirtschaftssystems", wies der Ordensmann hin, der nach einem Wirtschaftsstudium später beim Logistikkonzern Schenker in leitender Position tätig war. Als Beispiel für eine weltweit negative Entwicklung nannte Henckel-Donnersmarck die Managergehälter in Deutschland oder den USA. Seien in den 1960er-Jahren die Spitzengehälter noch rund 30 Mal höher als die Durchschnittsgehälter gewesen, so verdienen Manager inzwischen das 240-fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters. "Das ist also völlig aus dem Ruder gelaufen", kritisierte der Altabt.
Solche Gehälter nach dem Marktwert seien "ein ganz katastrophales Zeichen für die Vermarktung des Menschen". Denn werde der Marktwert eines Menschen konsequent zu Ende gedacht, "dann kämen wir am anderen Ende der Gehaltspyramide zu einer Entsorgungsgebühr". Der Mensch dürfe niemals Objekt des Marktes sein, hielt Henckel-Donnersmarck dem entgegen. "Auch der Markt muss dienen, Geld muss dienen."
Quelle: kathpress