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Grenzzaun zu einfache Antwort auf komplexe Lage
Einen Grenzzaun als Reaktion auf den Flüchtlingszustrom zu errichten ist nach Ansicht des Grazer Bischofs Wilhelm Krautwaschl eine allzu "einfache Antwort" auf eine "komplexe Situation". Er möchte derzeit "nicht in der Haut derer stecken, die hierbei große Verantwortung tragen", sagte der Bischof in einem "Kurier"-Interview am Donnerstag. Es gebe unterschiedlichste Erwartungen, niemand könne es allen recht machen. Dazu komme, dass alles Neue zunächst nicht ganz angenehm ist und Angst mache. "Sich dieser Situation zu stellen, braucht Mut", wies Krautwaschl hin.
Von einem Grenzzaun hält er in dieser Lage wenig: "Der bringt nichts." Gerade jetzt, da weniger Leute kommen, sei es fragwürdig, einen Zaun zu errichten. Auf die Frage nach Obergrenzen für Flüchtlinge erinnerte der Grazer Bischof an das Jahr des Ungarn-Aufstandes: "1956, wo keiner was gehabt hat, hat man geteilt. Und heute, wo ein Gutteil der Menschen gut lebt?" Natürlich gebe es auch enorm viele Arbeitslose in Österreich, aber: "Not darf aber nicht gegen Not ausgespielt werden."
Krautwaschl riet, sich dem auszusetzen, was kommt, "ich will dem anderen zunächst einmal vertrauen dürfen". Unter den Flüchtlingen könne durchaus "ein Falott" sein. "Aber es gibt auch in Österreich Falotten."
Der Angst vor Islamismus und Extremismus begegne er persönlich gelassen, so Krautwaschl: "Ich werde weiter unsere Feiern abhalten. Ich kann mein Leben nicht auf der Annahme bauen, dass was passiert." Er wisse sich "in Gottes Hand geborgen", diese Botschaft versuche er auch anderen zu vermitteln, so der Bischof. "Wir leben ja ständig gefährlich, weil das Leben lebensgefährlich ist: Meine Schwester ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen."
WG mit Flüchtlingen und jungem Paar
Krautwaschl erzählte auch lapidar, warum er eine Flüchtlingsfamilie bei sich im Bischofshaus aufgenommen habe: "Weil eine Wohnung frei war. Und die Not war da. Da braucht man gar nicht viel zu überlegen." Fragen wie jene nach den Fluchtursachen hätten demgegenüber Nachrang. "Es bringt jedoch nichts zu sagen, sie gehören unten aufgehalten, wenn sie schon da sind", befand der Bischof. "Ich merk', wie froh sie sind, dass sie da sein dürfen. Die Kinder gehen in die Schule, sie haben ein geordnetes Leben."
Zu der WG, die er bei seinem Amtsantritt als von ihm angestrebte Wohnform bezeichnete, erzählte Krautwaschl, seit August lebe ein jungvermähltes Ehepaar im selben Haus. "Den beiden gefällt's, dass sie ein Stückerl mitkriegen, wie es einem in meinem 'Geschäft' geht", sagte der Bischof. Auch Weihnachten werde gemeinsam gefeiert. Und: "Wir machen auch Carsharing mit meinem Privatauto. Ich darf halt nicht vergessen, einzutragen, wann ich es brauche, sonst ist es weg."
Von einem Grenzzaun hält er in dieser Lage wenig: "Der bringt nichts." Gerade jetzt, da weniger Leute kommen, sei es fragwürdig, einen Zaun zu errichten. Auf die Frage nach Obergrenzen für Flüchtlinge erinnerte der Grazer Bischof an das Jahr des Ungarn-Aufstandes: "1956, wo keiner was gehabt hat, hat man geteilt. Und heute, wo ein Gutteil der Menschen gut lebt?" Natürlich gebe es auch enorm viele Arbeitslose in Österreich, aber: "Not darf aber nicht gegen Not ausgespielt werden."
Krautwaschl riet, sich dem auszusetzen, was kommt, "ich will dem anderen zunächst einmal vertrauen dürfen". Unter den Flüchtlingen könne durchaus "ein Falott" sein. "Aber es gibt auch in Österreich Falotten."
Der Angst vor Islamismus und Extremismus begegne er persönlich gelassen, so Krautwaschl: "Ich werde weiter unsere Feiern abhalten. Ich kann mein Leben nicht auf der Annahme bauen, dass was passiert." Er wisse sich "in Gottes Hand geborgen", diese Botschaft versuche er auch anderen zu vermitteln, so der Bischof. "Wir leben ja ständig gefährlich, weil das Leben lebensgefährlich ist: Meine Schwester ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen."
WG mit Flüchtlingen und jungem Paar
Krautwaschl erzählte auch lapidar, warum er eine Flüchtlingsfamilie bei sich im Bischofshaus aufgenommen habe: "Weil eine Wohnung frei war. Und die Not war da. Da braucht man gar nicht viel zu überlegen." Fragen wie jene nach den Fluchtursachen hätten demgegenüber Nachrang. "Es bringt jedoch nichts zu sagen, sie gehören unten aufgehalten, wenn sie schon da sind", befand der Bischof. "Ich merk', wie froh sie sind, dass sie da sein dürfen. Die Kinder gehen in die Schule, sie haben ein geordnetes Leben."
Zu der WG, die er bei seinem Amtsantritt als von ihm angestrebte Wohnform bezeichnete, erzählte Krautwaschl, seit August lebe ein jungvermähltes Ehepaar im selben Haus. "Den beiden gefällt's, dass sie ein Stückerl mitkriegen, wie es einem in meinem 'Geschäft' geht", sagte der Bischof. Auch Weihnachten werde gemeinsam gefeiert. Und: "Wir machen auch Carsharing mit meinem Privatauto. Ich darf halt nicht vergessen, einzutragen, wann ich es brauche, sonst ist es weg."
Quelle: kathpress