Kathpress / Paul Wuthe
Schönborn mahnt Solidarität der EU-Ostländer ein
"Gute Nachbarschaft braucht Solidarität bei Flüchtlingen": Mit diesen Worten hat Kardinal Christoph Schönborn die östlichen Nachbarländer in der EU an ihre Verantwortung in der Flüchtlingsfrage erinnert. Er erneuerte in einem am Freitag in der "Kronenzeitung" erschienen Beitrag damit seine in der aktuellen Ausgabe des slowakischen Wochenmagazins "Tyzden" erschienene Kritik an jenen EU-Ostländern, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stellen. "Ich stehe dazu: Die Flüchtlingsthematik geht alle in Europa an. Es ist nicht solidarisch, wenn einige Wohnungen im 'Haus Europa' überbelegt sind, und andere sich hinter der Wohnungstür verschanzen", so der Wiener Erzbischof.
"Wir dürfen unsere Nachbarn daran erinnern, dass Österreich 1956, 1968 und in den 1990er-Jahren großzügig Flüchtlinge aus Ungarn, der Tschechoslowakei und Ex-Jugoslawien aufgenommen hat", so der Kardinal weiter. Umso unverständlicher sei es, wenn diese Länder sich jetzt gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stellten.
Deutliche Worte fand der Kardinal in Richtung jener, die ihre Ablehnung von Flüchtlingen mit dem Christentum rechtfertigen wollten: "Wer mit diesem unsolidarischen Verhalten vorgibt, das 'christliche Abendland' schützen zu wollen, dem muss ich widersprechen: Christlich ist es, Menschen in Not und auf der Flucht zu helfen. Um unsere christliche Identität müssen wir uns dann keine Sorgen machen, wenn wir unser Christsein hochhalten und es im Alltag leben. Wenn uns diese Grundhaltungen in Europa vereinen, dann werden wir auch alle Herausforderungen bewältigen können."
Lob für Angela Merkel
Als "mutige Mutmacherin" hat der Wiener Erzbischof indes die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Blick auf die Flüchtlingsfrage gewürdigt. In seiner Freitags-Kolumne in der Gratiszeitung "Heute" schrieb der Kardinal, Merkel habe durch ihr Krisenmanagement eine "Führungsrolle in Europa". Merkels Rede beim CDU-Parteitag in Karlsruhe zeige "eine Haltung, die zutiefst ihrem christlichen Menschenbild entspricht". Sätze der Bundeskanzlerin wie: "Es kommen keine Menschenmassen, sondern es kommen einzelne Menschen zu uns", oder: "Jeder hat eine von Gott gegebene Würde" - für Schönborn der Schlüsselsatz der Rede - würden das belegen. Gleichzeitig wisse Merkel auch, "dass der Flüchtlingszuzug nicht grenzenlos sein kann".
Aus Sicht des Kardinals ist es "erstaunlich, mit wie viel Mut und Zuversicht Merkel an diese gewaltigen Probleme herangeht und sich nicht entmutigen lässt, getreu ihrem Motto: 'Wir schaffen das!'" Dies sei deshalb wichtig, weil "viele Menschen zweifeln, ob die EU noch eine Zukunft hat", so der Wiener Erzbischof, der erklärte, dass Europa, und auch Österreich, mehr Mut und weniger Pessimismus bräuchten, um Zukunft zu haben. Dass die deutsche Kanzlerin nun von "Time" zur Person des Jahres 2015 gewählt worden ist, quittierte der Kardinal daher kurz und bündig mit: "Zu Recht!"
"Wir dürfen unsere Nachbarn daran erinnern, dass Österreich 1956, 1968 und in den 1990er-Jahren großzügig Flüchtlinge aus Ungarn, der Tschechoslowakei und Ex-Jugoslawien aufgenommen hat", so der Kardinal weiter. Umso unverständlicher sei es, wenn diese Länder sich jetzt gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stellten.
Deutliche Worte fand der Kardinal in Richtung jener, die ihre Ablehnung von Flüchtlingen mit dem Christentum rechtfertigen wollten: "Wer mit diesem unsolidarischen Verhalten vorgibt, das 'christliche Abendland' schützen zu wollen, dem muss ich widersprechen: Christlich ist es, Menschen in Not und auf der Flucht zu helfen. Um unsere christliche Identität müssen wir uns dann keine Sorgen machen, wenn wir unser Christsein hochhalten und es im Alltag leben. Wenn uns diese Grundhaltungen in Europa vereinen, dann werden wir auch alle Herausforderungen bewältigen können."
Lob für Angela Merkel
Als "mutige Mutmacherin" hat der Wiener Erzbischof indes die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Blick auf die Flüchtlingsfrage gewürdigt. In seiner Freitags-Kolumne in der Gratiszeitung "Heute" schrieb der Kardinal, Merkel habe durch ihr Krisenmanagement eine "Führungsrolle in Europa". Merkels Rede beim CDU-Parteitag in Karlsruhe zeige "eine Haltung, die zutiefst ihrem christlichen Menschenbild entspricht". Sätze der Bundeskanzlerin wie: "Es kommen keine Menschenmassen, sondern es kommen einzelne Menschen zu uns", oder: "Jeder hat eine von Gott gegebene Würde" - für Schönborn der Schlüsselsatz der Rede - würden das belegen. Gleichzeitig wisse Merkel auch, "dass der Flüchtlingszuzug nicht grenzenlos sein kann".
Aus Sicht des Kardinals ist es "erstaunlich, mit wie viel Mut und Zuversicht Merkel an diese gewaltigen Probleme herangeht und sich nicht entmutigen lässt, getreu ihrem Motto: 'Wir schaffen das!'" Dies sei deshalb wichtig, weil "viele Menschen zweifeln, ob die EU noch eine Zukunft hat", so der Wiener Erzbischof, der erklärte, dass Europa, und auch Österreich, mehr Mut und weniger Pessimismus bräuchten, um Zukunft zu haben. Dass die deutsche Kanzlerin nun von "Time" zur Person des Jahres 2015 gewählt worden ist, quittierte der Kardinal daher kurz und bündig mit: "Zu Recht!"
Quelle: kathpress