
"Star Wars" ist Kontrastprogramm zum Evangelium
Den weltweiten Hype um das neue "Star Wars"-Kinoabenteuer hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics aufgegriffen und zugleich darauf aufmerksam gemacht, dass es sich dabei um ein Kontrastprogramm zum Evangelium handelt. In einer Kolumne in der diözesanen Kirchenzeitung "Martinus" weist Zsifkovics unter dem Titel "Luke Skywalker oder Jesus Christus" auf grundlegende Unterschiede hin: Hier die Welt der Jedi-Ritter, "einer aufregenden Mischung aus fernöstlichen Samurai und asketischen Franziskanern", dort der Kosmos im Licht der Bibel, an dessen Ursprung und in dessen Mitte ein Gott der Liebe steht. Der Film startete am Donnerstag in den österreichischen Kinos.
Fernab der "Messias-ähnlichen Gestalt" des Luke Skywalker habe dieser Gott in Jesus ein Antlitz angenommen, um alle Menschen zu erlösen, schrieb der Bischof. "Statt dass 'die Macht mit Euch' sein möge, möge 'der Friede mit Euch' sein, den der Engel auf den Feldern von Bethlehem den Hirten prophezeit hat."
Viele religiöse Anklänge
Die religiösen - und pseudoreligiösen - Anklänge in der neuen "Star Wars"-Episode waren auch Thema eines Radio-Vatikan-Interviews mit der deutschen Filmwissenschaftlerin und Redakteurin beim katholischen Fachmedium "Filmdienst", Felicitas Kleiner. "Erlöserfiguren" wie Luke Skywalker, eine Jungfrauengeburt, die zölibatär lebenden Jedi seien zwar Motive, die aus dem Christentum bekannt sind. "Allerdings finde ich es schwer, die Star Wars Mythologie auf rein christliche Ursprünge festzunageln, ich würde sagen, dass das eine ganz eklektizistische Mischung aus verschiedenen Einflüssen", so Kleiner. Für die Figuren sei es "ganz wichtig, dass es da etwas gibt, was über das Greif- und Sichtbare hinaus geht und, wie Obi Wan Kenobi sagt, alles umgibt und alles durchdringt und zusammenhält".
Der Film bedient sich einer Mythologie, die laut der Filmexpertin "eindeutig religiöse Bedürfnisse befriedigen soll und auch befriedigt. Allerdings ist es kein durchdachtes festes theologisches Glaubenssystem, sondern es sind religiöse Elemente, die da aufschimmern."
Den deutlichsten Anknüpfungspunkt an den christlichen Glauben und die diesbezüglich "sinnstiftendste Szene" sieht Felicitas Kleiner im "Star Wars"-Teil "Die Rückkehr der Jedi Ritter": Es werde gezeigt, dass der Kampf gegen den Imperator nicht durch Gewalt gewonnen wird, sondern durch einen Akt der Gewaltlosigkeit. In einem "christologischen Opfer" legt Luke im Kampf mit Darth Vader sein Laserschwert nieder "und gibt sich sozusagen hin". Dieser Akt führe zum Sieg des Guten, weil Darth Vader "dadurch bekehrt wird", wie Kleiner erinnerte.
"Verwirrt und unscharf"
Selbst die päpstliche Zeitung "Osservatore Romano" kam nicht um den Film herum - und verriss ihn. Die Produktion mit dem Titel "Das Erwachen der Macht" richte sich anders als seine Vorläufer an ein Publikum, "das mehr an den Computerbildschirm als an die Kinoleinwand gewöhnt ist", heißt es in der Freitagsausgabe. Der Prodeduktion fehle es an "erzählerischem Atem" und "starken Charakteren", schreibt der italienische Kinokritiker Emilio Ranzato in seinem Gastbeitrag unter dem Titel "Verwirrt und unscharf".
Als "größten Mangel" des Films wertet die Rezension die Darstellung des Bösen. Dart Vader und der Imperator, seien in den früheren Star Wars-Filmen zwei der eindrucksvollsten Bösewichte des amerikanischen Kinos gewesen. Der Bösewicht im neuen Film entspreche hingegen nicht dem, was man von einer Produktion auf diesem Niveau erwarte. Ranzato kritisiert insbesondere, dass die Anspielungen auf totalitäre Regime der Geschichte weiter verstärkt worden seien. Das wirke in einem unterhaltsamen Kontext wie diesem "geschmacklos".
Evangelischer "Star Wars"-Gottesdienst
Voll auf das Star Wars-Fieber aufgesprungen ist indes die evangelische Zionskirche in Berlin, die für den vierten Adventssonntag um 10 Uhr einen Star-Wars-Gottesdienst plant. So sollen einzelne Filmepisoden gezeigt werden und auch die musikalische Begleitung soll von der Star-Wars-Filmmusik inspiriert sein, wie der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte mitteilte. Verkleidete Gottesdienstbesucher könnten außerdem an einer Kinokarten-Verlosung für den Star-Wars-Film Episode VII teilnehmen.
Die Idee zu dem speziellen Gottesdienst hatten die beiden Vikare an der Zionskirche, Ulrike Garve und Lucas Ludewig, die "Parallelen zu christlichen Traditionen" in den Filmen den Gottesdienstbesuchern verdeutlichen wollen. "In der entscheidenden Szene der VI. Episode soll Luke Skywalker auf die Seite des Imperators, des Bösen, gezogen werden", erklärte Theologe Ludewig. "Luke widersetzt sich mit den Worten: Ich werde nie zur dunklen Seite gehören." Dies wecke etwa Assoziationen zu einer Bibelstelle: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem"(Römerbrief 12, 21).
Quelle: kathpress