
Bischof Schwarz in Sorge über "große Abwanderung"
Sorge über die "große Abwanderung" aus Kärnten hat der Klagenfurter Bischof Alois Schwarz geäußert. "Als Kirche wollen wir dem u.a. im Bildungsbereich entgegentreten", um "Entwurzelung" vermeiden zu helfen, sagte er in einem Interview für die aktuelle Ausgabe der Kärntner Kirchenzeitung "Sonntag" (17. Juli).
Die Abwanderung aus dem durch den Hypo-Skandal nach wie vor schwer in Mitleidenschaft gezogenen Bundesland sei auf zwei Ebenen erlebbar, so Schwarz: "innerhalb des Landes von den entlegenen Tälern und Dörfern in die Städte und dann aus Kärnten hinaus in andere Bundesländer oder Staaten". Die Diözese Gurk-Klagenfurt wolle dem durch ihre elf katholischen Privatschulen und die von ihr mitinitiierte "International School Carinthia" (ISC) entgegenwirken, aber auch durch ihre vielen Bildungsinitiativen von der Hochschule bis in die kleinsten Pfarren, wie der Bischof mitteilte.
Der Bewegungsradius der Menschen habe sich heute zwar erweitert, junge Leute durch Internet und in der Wahl ihrer Lebensräume viel beweglicher als früher, aber, so Schwarz: "Wenn aus der Beweglichkeit Entwurzelung wird, müssen wir helfen." Denn bei aller Dynamik und Mobilität "muss die Wurzel im Boden bleiben".
Den Kärntnern werde manchmal eine größere Beweglichkeit abverlangt als den Menschen in anderen Bundesländern. In der Einfachheit liege aber auch ein großer Reichtum, gab der Bischof zu bedenken. Landschaftlich sei Kärnten ein "begnadet schönes Land". Schwarz äußerte den Wunsch, "dass die Menschen dieses Potenzial schätzen und Kärnten zu einer Oase der Gesundheit und der Lebensentfaltung machen". Zugleich gelte es die Not und Verarmung von einzelnen nicht zu übersehen. "Da wünsche ich mir für die Zukunft Augen der Solidarität und ein Herz der Nächstenliebe."
Quelle: kathpress