
Neuer "Tatort" thematisiert legalisierte Sterbehilfe
Die nächste Folge der Krimi-Reihe "Tatort" greift unter dem Titel "Freitod" ein ethisch brisantes Thema auf: Ein Mord an einer Sterbebegleiterin führt das Luzerner Ermittler-Duo Liz Ritschard (gespielt von Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser) nicht nur zu den Gegnern, sondern auch zu Befürwortern der in der Schweiz legalisierten Sterbehilfe und des Sterbetourismus.
Die Gegner werden in diesem Tatort-Fall 993, der am kommenden Sonntag, 18. September, im Hauptabendprogramm von ORF2, ARD und SRF zu sehen ist, als Fundamentalisten dargestellt. Ob dadurch religiöse Gefühle verletzt werden, beantwortete Hauptdarsteller Gubser in einem Interview des Schweizer Katholischen Medienzentrums (kath.ch) mit dem Hinweis, es sei ein "Erfolgsrezept des 'Tatort', dass er gesellschaftskritische Themen aufnimmt".
Letztlich sei es jedem selbst überlassen, wie er angesichts des nahenden Todes reagiert - "ob er Sterbehilfe in Anspruch nimmt oder nicht", so Gubser. Der Staat solle sich in diese "ganz persönliche Angelegenheit" nicht einmischen. Entsprechend äußerte sich auch Regisseurin Sabine Boss, deren Ansicht nach die Bezeichnung "Sterbetourismus" "diffamierend" sei.
Der Inhalt der "Tatort"-Folge laut ORF-Ankündigung: Eine Deutsche reist in die Schweiz, um zu sterben. Nachdem sie sich von Sterbehelfern der Organisation Transitus in den Tod begleiten lässt, wird am nächsten Morgen eine der Sterbehelferinnen tot aufgefunden. Der Mord stellt die Kommissare Flückiger und Ritschard vor eine lange Liste von Verdächtigen mit einer Vielzahl von Motiven, zumal die Sterbehilfe etliche Kritiker und Gegner hat. Der Fall wird noch verzwickter, als der Sohn der letzten Sterbeklientin auftaucht und behauptet, seine Mutter habe sich gar nicht freiwillig zum Sterben in die Schweiz begeben.
In der Schweiz ist Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) legal, sofern keine "selbstsüchtigen Beweggründe" vorliegen. In Österreich droht Suizid-Beihelfern hingegen eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Organisationen wie das kirchliche Bioethikinstitut IMABE oder die "Aktion Leben" reagierten immer wieder mit Kritik an europaweiten Bestrebungen zur Aufhebung gesetzlicher Schranken - vor allem aus Sorge um den sich dadurch verschärfenden Druck auf Sterbenskranke, der Gesellschaft oder Familie nicht zur Last zu fallen.
Quelle: Kathpress
Interview mit Hauptdarsteller Stefan Gubser