
In Haiti eine Million Menschen auf Hilfe angewiesen
Rund eine Million Menschen sind auf Haiti nach dem verheerenden Wirbelsturm "Matthew" auf Hilfe angewiesen. Die Naturkatastrophe dürfte nach neuesten Schätzungen bis zu 900 Menschen das Leben gekostet haben, die Zahl der Verletzten lässt sich noch nicht abschätzen. Das hat Caritas Auslandshilfechef Christoph Schweifer am Samstag im "Kathpress"-Interview betont. Im am schlimmsten betroffenen Süden des Landes seien bis zu 80 Prozent der Häuser zerstört. "In Summe ist die Lage schlimmer als wir zuerst befürchtet haben", so Schweifer wörtlich.
Freilich fehlten aus zahlreichen Gebieten noch genaue Informationen. Viele Brücken und Straßen seien zerstört, immer noch seien viele Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten und die Helfer hätten noch nicht dorthin vordringen können. Primär gehe es darum, für die Opfer sauberes Trinwasser und Hygieneartikel zur Verfügung zu stellen, "damit nicht wieder die Cholera ausbricht", erläuterte Schweifer. Zusätzlich verteilen die Nothelfer u.a. auch Nahrungsmittel, Medikamente, Decken und Matratzen.
Die heimische Caritas ist derzeit mit fünf lokalen Mitarbeitern vor Ort. In Kürze wird sich ein weiterer Mitarbeiter von Österreich auf den Weg nach Haiti machen. Sehr eng arbeite man mit vielen anderen internationalen Caritas-Organisationen wie auch mit der Caritas-Haiti zusammen, so Schweifer. Ein wichtiger Partener vor Ort sei zudem der Salesianerorden.
Ein kleiner Lichtblick am Rande der Katastrophe: Die Caritas ist seit dem verheerenden Erdbeben 2010 in Haiti engagiert. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen wurden rund 1.000 Häuser für die notleidende Bevölkerung errichtet. Diese Häuser hätten alle dem Wirbelsturm standgehalten, so Schweifer.
Die EU kündigte am Freitagabend an, weitere 1,5 Millionen Euro an Nothilfe für die Opfer auf Haiti bereitzustellen. Zudem reiste ein Expertenteam in die betroffenen Gebiete, um etwa bei der Wasser- und Gesundheitsversorgung zu helfen. Das Welternährungsprogramm brachte bereits Lebensmittel in die Region.
(Caritas-Spendenkonten: PSK, IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004, BIC: OPSKATWW; Erste Bank, IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560, BIC: GIBAATWWXXX)
Quelle: kathpress