
Kirche wichtige Ressource für Menschen und Staat
"Es tut einem Land gut, wenn geistliches Leben, Mystik und Spiritualität gefördert werden", denn die Kirche sei als geistig-geistliche Kraft eine wichtige Ressource für die Menschen und den Staat. Das betonte der Kärntner Bischof Alois Schwarz bei der Segnung eines neuen Schauraums im "Kunsthaus Marianna" des Elisabethinenkonvents in Klagenfurt. Gezeigt werden darin Kunstgegenstände, Kleider und Schmuck aus dem Nachlass von Erzherzogin Maria Anna von Habsburg (1738-1789). Diese war die älteste Tochter von Kaiserin Maria Theresia und verbrachte ihren Lebensabend im für sie errichteten Palais in Klagenfurt, das seit dem Jahr 1791 Sitz der Bischöfe der Diözese Gurk-Klagenfurt ist.
Die Erzherzogin stand in enger Beziehung zum Elisabethinenkonvent Klagenfurt. Sie unterstützte das Elisabethinenkrankenhaus nicht nur zu Lebzeiten, sondern vererbte dem Konvent auch ihre Sammlung mit Porträts der umfangreichen kaiserlichen Familie sowie Kleider, Schmuck, Devotionalien, Kunsthandwerk und verschiedene Gebrauchsgegenstände aus ihrem Alltag. Bei der Segnung des Schauraumes wies Bischof Schwarz darauf hin, dass die Herrschenden von damals auch ein Herz für Menschen in Not gezeigt hätten.
Die Schmuckstücke und Kunstgegenstände der Erzherzogin werden in fünf eigens konzipierten Vitrinenschränken gezeigt und spiegeln die alltäglichen Beschäftigungen und vielfältigen Interessen Mariannas wider. In der Großraumvitrine werden die prunkvollen Kleider präsentiert, die einst von der Erzherzogin getragen wurden. Ein Vitrinenschrank ist dem religiösen Leben der Erzherzogin gewidmet.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen u. a. Rosenkränze mit Haarlocken der Kinder der Kaiserin Maria Theresia, Medaillons mit Miniaturbildnissen von Mitgliedern des Herrscherhauses, Elfenbein-Drechselarbeiten von Franz-Stefan von Lothringen, dem Vater Mariannas, ein Gebetsbüchlein aus emailliertem Gold und Besatz aus grünen Glassteinen oder ein Ring mit Mariannas Monogramm. Ein besonderes Glanzstück ist ein Handbeutel, der von Kaiserin Maria Theresia selbst gestrickt wurde.
Im Jahr 2012 errichteten die Elisabethinen das "Kunsthaus Marianna", um die Bildersammlung und die wertvollen Messkleider aus dem 18. Jahrhundert der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Bei der feierlichen Segnung des neuen Schauraums wurde auch das neue Buch "Höfische Porträtkultur - Die Bildnissammlung der österreichischen Erzherzogin Maria Anna (1738 - 1789)" von Erna Kernbauer und . Aneta Zahradnik vorgestellt. Ausstellung und Buch wurden von Diözesanökonom und Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht initiiert.
Besichtigungen des Privatmuseums "Kunsthaus Marianna" sind nach telefonischer Voranmeldung beim Portier des Elisabethinenkrankenhauses, Tel. 0463/5830 oder unter Tel. 0664/9651644 möglich.
Quelle: kathpress