
Gedenkfeier für seligen NS-Märtyrer P. Engelmar Unzeitig
Die Diözese Linz lädt am Freitag, 21. Oktober, zu einer Gedenkfeier für den Märtyrer P. Engelmar Unzeitig. Der Mariannhiller Missionar mit Bezügen nach Oberösterreich wurde als "Engel von Dachau" verehrt und galt als "deutscher Maximilian Kolbe". Er starb im KZ-Dachau am 2. März 1945. Erst vor wenigen Wochen, am 24. September 2016, war er in Würzburg seliggesprochen worden. Der Gedenkfeier in der Ursulinenkirche in Linz (18 Uhr) wird der Linzer Bischof Manfred Scheuer vorstehen.
Im Anschluss an das Gedenken wird ein Filmportrait des Bayerischen Rundfunks über P. Engelmar im Ursulinenhof gezeigt. Weiters wird eine Fotoausstellung zum Leben des Seligen präsentiert, die bis 25. November in der Ursulinenkirche zu besichtigen ist.
Der 1911 im damals österreichischen Hradec nad Svitavou (Greifendorf in Mähren) geborene Unzeitig wurde 1939 in Würzburg zum Priester geweiht. Als Pfarrer im Böhmerwald setzte er sich im Religionsunterricht und in Predigten für die Rechte der Juden ein. 1941 wurde er von der Gestapo festgenommen und wenig später nach Dachau überstellt, wo rund 2.800 Priester interniert waren.
Unzeitig rettete mehrere Mitgefangene vor dem Hungertod. Von den Essenspaketen, die er erhielt, teilte er großzügig aus. Auch der "Missionar in ihm" blieb im KZ lebendig. Er hatte vermutlich Ende 1944 die relativ sichere Priesterbaracke verlassen und war als Blockschreiber zu den russischen Häftlingen gezogen, um dort als Seelsorger tätig zu sein.
Als im Lager eine Flecktyphusepidemie ausbrach, stellte er sich freiwillig als Pfleger zur Verfügung. Keine zwei Monate vor der Befreiung des Lagers steckte er sich selbst an und starb im Alter von 34 Jahren.
"Liebe verdoppelt die Kräfte. Sie macht erfinderisch, macht innerlich frei und froh!", heißt eines der bekanntesten Zitate aus seinen Dachauer Briefen an seine Schwester. Mithäftlinge verehrten den Priester mit der Häftlingsnummer 26.147 in Anspielung auf seinen Ordensnamen und seine selbstlose Fürsorge als "Engel von Dachau". Sie sorgten dafür, dass sein Leichnam nicht mit anderen, sondern einzeln verbrannt wurde, und schmuggelten die Asche aus dem Lager. Sein Grab befindet sich heute in der Kirche seines Ordens in Würzburg.
Das Seligsprechungsverfahren war 1991 durch den damaligen Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele eröffnet worden. 2009 erkannte Papst Benedikt XVI. Unzeitig den sogenannten heroischen Tugendgrad zu und erklärte ihn zum "verehrungswürdigen Diener Gottes". Zwei Jahre später wurde in Würzburg ein zusätzliches Verfahren zur Prüfung des Martyriums eröffnet und 2012 nach dem diözesanen Abschluss an den Vatikan übergeben. Nach einer Seligsprechung ist die Verehrung der jeweiligen Persönlichkeit durch die Ortskirche möglich. Unzeitig ist der erste Geistliche des Ordens der Mariannhiller Missionare, der seliggesprochen wurde.
Quelle: kathpress