Mindestsicherung: Schönborn und Bünker appellieren an Politik
Einen gemeinsamen Appell, bei der Mindestsicherung zu einem positiven bundesweit einheitlichen Ergebnis zu kommen, haben Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Michael Bünker an die Politik gerichtet. Es gelte, "die Armut zu bekämpfen und nicht die Armen außen vor zu lassen", sagte Schönborn bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Eisenstadt. Wenn die Politik keine bundesweit einheitliche Regelung zusammenbringt, müsse trotzdem gewährleistet sein, "dass Menschen in Not im Burgenland nicht anders behandelt werden als in Vorarlberg", so Schönborn. Es brauche "gleiche Standards, wie immer die konkret erreicht werden".
Bischof Bünker sprach sich dafür aus, die Mindestsicherung in die Bundeskompetenz überzuführen, das sei schon hinsichtlich gesamtösterreichischer Standards ein Gebot der Stunde. Er kritisierte zudem einmal mehr, dass in der derzeitigen Debatte Mindestpensionisten und Personen mit geringem Einkommen gegen Mindestsicherungsbezieher ausgespielt würden. "Ich bin davon überzeugt, dass keine Mindestpensionistin deswegen mehr bekommt, nur weil Asylberechtigte weniger an Mindestsicherung bekommen." Hier werde eine "Neidhaltung" geschürt, "die unserer Gesellschaft nicht gut tut", appellierte der evangelische Bischof an die Verantwortung der Politik.
Sauer stieß dem Bischof auch auf, "dass man ausgerechnet dort die Frage der sozialen Gerechtigkeit austragen will, wo es sich um die Schwächsten handelt, die ohnehin schon zu wenig haben. Vielleicht sollte man auch auf jene schauen, die über 50 Prozent des Vermögens in Österreich besitzen, wenn man soziale Gerechtigkeit in den Blick nimmt."
Die gemeinsame Pressekonferenz von Schönborn und Bünker fand im Rahmen des Zusammentreffens der Katholischen Bischofskonferenz mit den Spitzenvertretern der Evangelischen Kirchen in Österreich in Eisenstadt statt. Am Mittwochvormittag beraten die Kirchenvertreter dabei u.a. auch über soziale Fragen.
Quelle: Kathpress