
Breite Unterstützung für "Südwind"-Magazin
Das von Einstellung bedrohte entwicklungspolitische Magazin "Südwind" hat eine Schar prominenter Unterstützer gewonnen, um der Petition an Außenminister Sebastian Kurz um Rettung der Zeitschrift Nachdruck zu verleihen. 200 Menschen hätten in den vergangenen Tagen ein "Südwind"-Abo bestellt, mehr als 4.500 die Petition an den für Entwicklungspolitik zuständigen Minister unterschrieben, teilte "Südwind" am Montag mit. Beistand kommt auch von kirchlicher Seite: Die Provinzoberin der Steyler Missionsschwestern, Sr. Hemma Jaschke, betonte in der Aussendung: "Medien, die dazu beitragen, Solidarität und Gerechtigkeit weltweit zu fördern, müssen unterstützt werden."
Ähnlich äußerte sich der Flüchtlingsmanager und frühere Regierungsberater Kilian Kleinschmidt: "Die öffentliche Meinung in Österreich wird jeden Tag von reißerischen und grellen Gratis- und Boulevardzeitungen mit Skandal, Demagogie und Nationalismus überschüttet und manipuliert." Es brauche in der österreichischen Medienlandschaft eine "Stimme der Vernunft", wie sie "Südwind"-Magazin darstelle. Weitere namhafte Unterstützer hätten sich in einem ähnlichen Sinn brieflich an Außenminister Kurz gewandt, darunter u.a. der Menschenrechtsexperte Manfred Nowak, der Schriftsteller Ilija Trojanow, Filmemacher Kurt Langbein, Gemeinwohl-Ökonom Christian Felber und die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak.
In der Vorwoche hatte das Magazin mitgeteilt, dass die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ADA dessen finanzielle Unterstützung nach 37 Jahren nicht verlängern will. Die dem Außenministerium unterstellte ADA begründete dies gegenüber "Kathpress" mit dem geltenden - und zunehmend enger ausgelegten - EU-Beihilferecht, das Wettbewerbsverzerrungen durch öffentliche Förderung vermeiden soll. Ein gewinnorientiertes Medium könne somit nicht länger kofinanziert werden.
Minister Kurz habe bis dato noch nicht auf den Rettungsappell reagiert, teilte Chefredakteur Richard Solder mit. Sollte Kurz das "Südwind"-Magazin nicht retten, wolle das Redaktionsteam trotzdem weitermachen: "Das Südwind-Magazin bekommt aktuell viel Rückenwind. Mit der Unterstützung unserer Leser und Leserinnen kämpfen wir weiter."
Quelle: kathpress