
Schönborn warnt vor Bauernsterben in Österreich
Kardinal Christoph Schönborn warnt vor einem Bauernsterben in Österreich. "Jeden Tag machen sechs Betriebe in Österreich für immer dicht. Pro Jahr sind das rund 2.300 Betriebe", schreibt der Wiener Erzbischof in seiner Freitags-Kolumne in der Gratiszeitung "Heute". Betroffen seinen vor allem kleine Familienbetriebe, die keine Zukunft mehr sähen auf ihrem Hof. "In Frankreich gab es letztes Jahr, so wurde mir gesagt, an die 600 Selbstmorde von Landwirten. Bei uns werden keine Zahlen genannt."
Daraus ergibt sich für Schönborn die Frage: "Wer wird in Zukunft unser tägliches Brot, unsere Nahrungsmittel herstellen?" Die Globalisierung drohe die heimische Lebensgrundlage zu zerstören, könnten doch österreichische Bauern "unmöglich" etwa Milch zu Weltmarktpreisen produzieren. Ins Gebet nahm der Erzbischof auch die Konsumenten, die mit ihrem Konsumverhalten eine entscheidende Rolle spielten. Das "Superangebot" der überquellenden Supermarktregale dürfe nicht zur Gleichgültigkeit führen. Vielmehr brauche es im Neuen Jahr ein Umdenken, denn "wir brauchen die Bauern - und Gottes Segen", so der Kardinal.
Quelle: kathpress