
Theologin: Kirchengeschichts-Kompetenz hilft bei Kulturbegegnung
Die Beschäftigung mit Kirchengeschichte und historischen Personen hilft dabei, "sich in die Denkweise anderer Menschen hineinzuversetzen, ihr Handeln zu analysieren und zu verstehen und so dem Gegenüber Empathie und Akzeptanz entgegenzubringen": Das hat die Kirchenhistorikerin Ines Weber am Mittwoch bei ihrer Antrittsvorlesung an der Katholischen Privat-Universität Linz (KU Linz) dargelegt. Kirchengeschichts-Kompetenz bereite damit auf die Multikulturalität des Berufslebens und der Gesellschaft vor, sagte die neue Professorin bei einem Festakt im Rahmen der Studienjahrs-Eröffnung.
Die Kirchengeschichte befähige Studierende dazu, den eigenen Glaubensinhalt kritisch und multiperspektivisch zu reflektieren und "rede- und antwortfähig" zu werden, sagte Weber. Die Beschäftigung mit diesem Fachgebiet somit auch zur Persönlichkeitsbildung bei. Die Hochschule müsse ein "Lern- und Erfahrungsraum, ein Experimentier- und Erprobungsfeld" von Studierenden sein. Grundsätzlich sei gerade katholische Bildung "kein Randphänomen in einer sich immer mehr säkularisierenden Welt", sondern ein wichtiger Beitrag "für eine menschenfreundliche gerechte und demokratische Welt", so die nun in Linz lehrende Theologin.
Aufgabe der Universität sei es auch, Studierenden die "Kunst des Denkens, des kritischen Fragens und des reflektierten Argumentierens" zu lehren, betonte KU-Rektor Franz Gruber in seiner Eröffnungsrede. Fundiertes Wissen erlaube es, Fakten von Fiktionen zu trennen. "Ästhetische und literarische Kenntnisse sowie ein differenziertes historisches und sprachliches Bewusstsein ermöglichen ein kritisches Verhältnis zu sich selbst, eine gesteigerte Sensibilität differenzierten Inhalten gegenüber und ein abwägendes Urteilsvermögen", erklärte Gruber bei dem Festakt im Anschluss an einen Eröffnungsgottesdienst mit Diözesanbischof Manfred Scheuer.
Wie die KU Linz bekanntgab, sind in den kommenden Monaten zahlreiche universitätspolitische Innovationen geplant: Darunter zähle u.a. die Akkreditierung des neuen PhD-Doktoratsstudiums "Advanced Theological Studies", die noch im Oktober bevorstehende Konstituierung des "Franz und Franziska Jägerstätter Instituts" sowie die Errichtung eines "Interuniversitären Zentrums für Ethik" in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität und der Kunstuniversität.
Quelle: kathpress