
Schönborn feiert Messe für im Dienst verstorbene Polizisten
Kardinal Christoph Schönborn hat am Mittwochmorgen in einem Gottesdienst aller im Dienst verstorbenen Polizisten gedacht. Viel Charakterstärke, Menschenkenntnis und auch Mut sei für die polizeiliche Aufgabe des "law and order" (Gesetz und Ordnung) nötig, die ein "wertvoller, nobler Dienst" sei, hob der Wiener Erzbischof bei seiner Predigt in der Stiftskirche in Wien-Neubau hervor. An dem Gottesdienst nahmen zahlreiche Mitglieder der Exekutive und ihre Angehörige, darunter auch der Wiener Polizeipräsident Wolfgang Pürstl, teil.
Schönborn würdigte den Dienst der Polizisten. Ihr Einsatz sei auch in Österreich unverzichtbar, "weil es die Macht des Bösen gibt", wie der Kardinal darlegte. Der Kampf gegen das Böse gehöre zum "Gesetz des Lebens", wobei Gott nach christlichem Verständnis dem Menschen seine Unterstützung und Hilfe zusage. Rückblickend über sein Leben sagen zu können, man habe "gut gedient" und sei ein treuer Kamerad gewesen, sei beileibe "keine Schande", betonte Schönborn in Bezugnahme auf verstorbene Beamte. Am Ende des Lebens gelte es Rechenschaft abzulegen, ob man ein "guter, treuer Verwalter" von Gottes Gaben gewesen sei.
Es sei zudem ein "Segen", sein Land als Rechtsstaat bezeichnen zu können, bemerkte der Erzbischof. "Wenn jemand sagt, dass 'law and order' ein Schimpfwort ist, dann ist das ein gefährlicher Mensch", zitierte er eine Aussage von Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI., aus der Zeit nach 1968. Schlimm sei es hingegen, wenn Willkür und Korruption herrschten, wie dies derzeit etwa in Venezuela der Fall sei. Für den Einzelnen gehe es nicht um die Frage, "was das Land für dich tun kann, sondern was du für das Land tun kannst": Das allein sei entscheidend, betonte Schönborn.
Quelle: kathpress